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„Da ist mein Haus“: 15 Mädchen und Buben haben bei ihrer Tour durch den Bergwald Wolfratshausen von oben unter die Lupe genommen.

Am Ufer des Ursees

15 Ferienpass-Kinder erkunden den Bergwald

Wolfratshausen – Den Bergwald an sich kannten die meisten der 15 Mädchen und Buben bereits. So genau wie bei der Ferienpasswanderung hatten die Kinder den Wald samt seiner Flora und Fauna jedoch noch nie inspiziert.

Die Wanderung beginnt an der Panorama-Station über der Kirche St. Andreas. „Von hier kann man ja die ganze Stadt sehen“, staunte ein Achtjähriger. „Und da hinten ist mein Haus.“ Die Leiterin der Tour, Margit Bauer, erklärte den Kindern die Ursprünge der Stadt: „Bevor hier Menschen gelebt haben, war das, was wir von hier sehen können, ein großer See.“ Nach der Eiszeit waren die riesigen Gletscher geschmolzen. „Der Punkt, wo wir jetzt stehen, war das Ufer.“ Die Frage, ob damals Säbelzahntiger und Mammuts durch die Loisachstadt streiften, konnte Bauer jedoch nicht mit Sicherheit beantworten. Als der Ursee langsam verschwand, siedelten sich Menschen an der Loisach an. „Hier gab es viel Lehm und Steine, aus denen man Häuser bauen konnte“, erklärte Bauer.

Nach diesem Exkurs in die Stadthistorie durchforsteten die Kinder den Wald. Sie fanden viele Pflanzen, Blumen und kleine Tierchen. Stehen blieb die Gruppe bei ihrem Rundgang an den Stationen des Bergwald-Lehrpfades. An einer erfuhren sie, wie vielfältig das Holz der Bäume, die im Wald wachsen, genutzt werden kann: Papier, Korken und Holzpellets werden daraus beispielsweise hergestellt. Auch am Barfußparcours machte die Gruppe Halt. Mit geschlossenen Augen tapste der siebenjährige Luis über verschiedene Walduntergründe. Er ertastete Kies, Holzstücke, Laub und Lehm. An der Bienenstation erfuhren die Heranwachsenden, welche wichtige Aufgabe die kleinen Tierchen im Wald übernehmen. „Ohne die Biene stirbt der Mensch“, wusste eine der Teilnehmerinnen. Warum das so ist – die Bienen sorgen durch das Bestäuben von Pflanzen dafür, dass diese neue Samen bilden – erfuhr sie an der Station.

Zum Abschluss besuchte Margit Bauer mit den Kindern das Geländer der ehemaligen Burg. Dort erläuterte sie die Geschichte des einstigen Wahrzeichens der Loisachstadt. Im zwölften Jahrhundert erbaut, explodierte am 17. April 1734 der mit 350 Zentnern Schwarzpulver gefüllte Burgturm durch einen Blitzeinschlag. Seine Wucht verteilte die Trümmer in der ganzen Stadt.

von Dominik Stallein

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