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Zeigen Kreise, Kurven und Kontraste: (v. li.) Irmingard Lochner, Carola Peter, Stephanie Eder und Michelle Kranz.

Planeten, Bubbles und dicke Frauen

Fünfte Ausstellung des Projekts Kunstgewölbe

Wolfratshausen – Mit der fünften Ausstellung geht das Kunstgewölbe am Obermarkt 23 zu Ende.

Wolfratshausen – Mit der fünften Ausstellung geht das Kunstgewölbe am Obermarkt 23 zu Ende. Anfang Oktober wird voraussichtlich wie angekündigt das Bad-Studio Il Bagno aus dem Ladenlokal am Schwankleck in die Geschäftsräume von Luise und Walter Seemayer ziehen. Ein Ausstellungsraum wird das Gewölbe zwar bleiben. So mannigfaltige Kunstobjekte wie Künstler aus Wolfratshausen und Umgebung sie in dort präsentiert haben, wird es aber wohl so schnell nicht mehr geben.

Das Besucherinteresse am Samstag bei der Vernissage war groß. Bronze-Planeten, Acryl-Bubbles und eine dicke Frau aus Speckstein verwandelten das Ladenlokal noch einmal in eine phantastische Welt der Inspiration. Irmingard Lochner aus Königsdorf zeigt in den kommenden Wochen neben Steinskulpturen ihre Bronze-Planeten. Für die Bildhauerin ist Jupiter „Der weise König“, mit dem Abbild der Venus drückt sie „Hingabe“ aus, und der Mars „schafft Realitäten mit geballter Tatkraft“, so die Künstlerin. Bei der Entstehung dieser Plastiken aus Bronzeguss in einem Münchner Atelier habe sie ihre Gedanken über die Menschen und deren Emotionen und Qualitäten einfließen lassen. „Diese Arbeiten bedeuten mir sehr viel.“

1994 kam die Sozialpädagogin im Hauptberuf von der Malerei zur Bildhauerei. Ihr Thema ist die Abstraktion. „Reale Abbildungen könnte ich auch fotografieren“, sagt sie. Seit zehn Jahren trifft sich eine Bildhauergruppe einmal pro Woche in Lochners Atelier in Königsdorf. „Was uns ausmacht, ist der Spaß am gemeinsamen arbeiten.“

Stephanie Eder aus Penzberg und Gabriele Hanelt aus Gelting (sie hat die Ausstellung im Kunstgewölbe organisiert, war aber zur Vernissage im Urlaub) gehören zu Lochners Künstlergruppe. Eders „Dicke Frau“ aus grünem Speckstein sitzt da mit umklammerten Knien. Die vermeintliche Idealfigur hat sie in einem weiblichen Akt aus elegantem schwarzen Alabaster entworfen. Auch Gabriele Hanelt widmet sich der figurativen Gestalt. Frauengesichter, weibliche Akte sind ihr zentrales Thema. Feminin und weich wirken ihre Arbeiten aus hartem Gestein. Exotische Hölzer, Rinden aus Mexiko, Opale aus Australien, Fundstücke aus der Natur mit ganz besonderer Patina, das reizt Carola Peter aus Ammerland. Peter kommt eigentlich aus dem tänzerischen Bereich. Erst seit acht Jahren gestaltet sie mit Farbe und Struktur. „Kosmos“ heißt eine tiefblaue Collage. Wie durch ein großes Auge dreht sich der Blick des Betrachters spiralenförmig in die Unendlichkeit.

Unendliche Geduld dagegen muss die Malerin Michelle Kranz aus Großdingharting aufbringen, will sie ihre unzähligen kleinen Bubbles auf großformatigen Acrylbilder mit Tusche anordnen. In mehreren Schichten setzt die Künstlerin Ecken kontra Kreise, Farben auf Formen. Inspiriert habe sie Rainer Maria Rilkes Gedicht „Ich lebe mein Leben in wachsenden Kreisen“. Und damit geht quasi auch ein Kreislauf verschiedenster Ausstellungen am Obermarkt zu Ende. Es war eine gute Zeit für die Kunst in Wolfratshausen.

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