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Mit einem Bürgerbegehren soll die Entscheidung des Wolfratshauser Stadtrates, sich nicht an einem interkommunalen Hallenbad in Geretsried zu beteiligen, revidiert werden.

Initiatoren bitten Geretsrieder um sechs Monate Geduld

Hallenbad: Bürgerbegehren für Bad-Beteiligung geplant

Wolfratshausen – Hanna-Necker und Jantzen werfen die Flinte nicht ins Korn: Sie wollen ein Bürgerbegehren für das interkommunale Hallenbad in Geretsried initiieren.

Für die Beteiligung Wolfratshausens an einem interkommunalen Hallenbad in Geretsried sammelten Stephanie Hanna-Necker, Terke Stapf und Fried-Thorsten Jantzen vor rund drei Jahren 3000 Unterschriften. Einen Bürgerentscheid verhinderte der Stadtrat, in dem die Gremiumsmitglieder ankündigten, sich des Anliegens anzunehmen. Seit Dienstagabend steht fest: Die Flößerstadt hat mit einem interkommunalen Hallenbad nichts am Hut. Hanna-Necker und Jantzen wiederum werfen die Flinte nicht ins Korn: Sie wollen ein Bürgerbegehren initiieren. „Wir stehen Gewehr bei Fuß und sind bereits dabei, die Frage zu formulieren.“

Aus dem bisherigen Trio der Unterschriftensammler ausgeschieden ist die Farcheterin Terke Stapf. Ihre berufliche Belastung und ihr Ehrenamt als Trainerin beim Schwimmverein WSV 72 Geretsried machen ihr das arbeitsintensive Engagement für ein Bürgerbegehren unmöglich. Für Stapf ist Ingrid Schnaller der Gruppe beigetreten – bekannt als Vorsitzende des Werbekreises Wolfratshausen und Ehefrau von Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD). Das Ergebnis der Stadtratssitzung am Dienstag habe sie „empört“, sagt Ingrid Schnaller. Direkt im Anschluss an die Sitzung habe sie ein Gespräch mit Hanna-Necker geführt und ihre Bereitschaft erklärt, sich der Initiative anzuschließen. Als „Privatperson“, betont Schnaller und konstatiert: „Ich stand von Anfang an aus Überzeugung hinter dem Projekt.“

„Wir sind fassungslos bezüglich der Entscheidung des Wolfratshauser Stadtrates gegen eine Beteiligung an einem Hallenbad in Geretsried“, stellen Hanna-Necker, Jantzen und Schnaller in einer gemeinsam verfassten Pressemitteilung fest. Der Beschluss habe zahlreiche negative Folgen für die Wolfratshauser Bürger, Schulen, Rettungsorganisationen, Vereine sowie die Volkshochschule. Auch die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen der Kommune und dem Landkreis sieht das Trio gefährdet. Das Fazit von Hanna-Necker, Jantzen und Schnaller: „Es gibt nur Verlierer.“

Andererseits haben die drei nach eigenen Angaben seit der Stadtratssitzung am Dienstagabend viel Zuspruch erfahren. Das zeige, „dass viele Wolfratshauser die Entscheidung des Stadtrates nicht teilen und uns unterstützen“. Man sei bereit und willens, durch die Einleitung eines Bürgerbegehrens den Wolfratshausern die Möglichkeit zu geben, „diese wichtige Zukunftsentscheidung für ein Hallenbad selbst zu treffen“, sagt Hanna-Necker im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Stadt Geretsried gebühre rückblickend ein Dankeschön: Für das Angebot an die Nachbarn, sich an einem attraktiven Hallenbad zu beteiligen, damit auch der Nordlandkreis mehr nutzbare Wasserfläche bekommt.

Hanna-Necker, Jantzen und Schnaller haben Verständnis für die Ankündigung des Geretsrieder Bürgermeisters Michael Müller (CSU), nun konkret in die Planung eines eigenen Bads einsteigen zu wollen. Wie berichtet will Müller dem Geretsrieder Stadtrat in dessen Sitzung am 27. September einen entsprechenden Antrag vorlegen. Hanna-Necker, Jantzen und Schnaller bitten die Nachbarn jedoch um ein wenig Aufschub: Ein Zeitfenster von rund sechs Monaten würde den Wolfratshausern die Möglichkeit geben, die Entscheidung des Stadtrates per Bürgerbegehren zu revidieren. „Wir bitten deshalb die Geretsrieder Bevölkerung und die Stadträte um etwas Geduld. Damit hätten wir die Chance, das größere und attraktive Hallenbad im Nordlandkreis zu realisieren.“

Rathauschef Müller hatte am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung skeptisch auf die Option Bürgerbegehren reagiert. Die jahrelange kontroverse Diskussion hätten gezeigt, dass sich der Wolfratshauser Stadtrat in puncto interkommunaler Zusammenarbeit „noch nicht gefunden hat“. Müller hält es für wenig zielführend, das Gremium mit einem Bürgerbegehren zu einer Zusammenarbeit mit Geretsried zu zwingen.

Der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW)) steht einem Bürgerbegehren offen gegenüber. Er bezweifelt allerdings, dass Geretsried den Initiatoren die Zeit dafür einräumt. Heilinglechner hatte am Dienstag – wie die gesamte BVW-Fraktion – gegen die Beteiligung der Loisachstadt am interkommunalen Hallenbad gestimmt.

cce

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