+
Der vorerst letzte Christbaum am Marienplatz wurde im vergangenen Jahr aufgestellt. In diesem Jahr werden die beiden Platanen weihnachtlich geschmückt.

Feuerwehr: "Das Aus ist uns neu"

Kein Christbaum am Marienplatz: Wer ist verantwortlich?

Wolfratshausen – Er gehörte zur Adventszeit dazu: der Christbaum vor dem Brunnen am Marienplatz. Damit ist jetzt Schluss. Es hat eine Anweisung gegeben.

++ Update vom 27. Oktober: Inzwischen gibt es eine Alternative zum großen Christbaum auf dem Marienplatz. Der Christkindlmarkt soll so trotzdem schönes Advents-Flair bekommen. Unser Redakteur findet in seinem Kommentar, dass das Christbaumverbot schon in Ordnung ist.

Er war elf Meter hoch, dicht gewachsen und hatte sein bisheriges Leben in einem Waldramer Garten verbracht: Die Rede ist vom vorerst letzten Christbaum auf dem Marienplatz. Heuer – und vermutlich auch in den nächsten Jahren – wird in der Adventszeit an dieser prominenten Stelle kein Christbaum mehr stehen. Grund ist der Brandschutz.

Er gehörte zur Adventszeit dazu: der Christbaum vor dem Brunnen am Marienplatz. Damit ist jetzt Schluss. Weder in der vorweihnachtlichen Zeit noch beim Christkindlmarkt vom 25. bis 27. November wird im Schatten der Stadtpfarrkirche ein Baum stehen. Das Kuriose daran: Bis Redaktionsschluss ließ sich nicht klären, warum diese Entscheidung getroffen wurde. Der zuständige Ansprechpartner, Ordnungsamtsleiter Martin Melf, war trotz mehrfacher Anfragen nicht erreichbar.

Fakt ist, dass es wegen Sicherheitsbedenken Veränderungen bei allen Wolfratshauser Märkten gibt. Das bestätigen Vertreter von Landratsamt und Feuerwehr sowie Marktmeister Peter Steinberger. Auslöser war wohl die Verlegung des Grünen Markts 2014 vom Loisachhallen-Parkplatz auf die Marktstraße. Da diese – formal Bundesstraße und Ausweichstrecke bei einer eventuellen Sperrung der A 95 – für diesen Zweck einmal pro Woche gesperrt werden muss, nahmen die Behörden die Gesamtsituation unter die Lupe. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem in Sachen Brandschutz nicht alles im Lot war.

Ein Ausfluss dieses Prozesses ist, dass es auf den Märkten künftig deutlich weniger Stände gibt, um den Rettungskräften im Ernstfall ein möglichst problemloses Durchkommen zu ermöglichen. „Beim Christkindlmarkt werden es heuer nur 50 satt 80 Stände sein“, bestätigt Marktmeister Steinberger. Eine weitere Reaktion auf diese Bedenken war offenbar die Entscheidung gegen den Christbaum.

Feuerwehr äußert sich

Dass dieser nicht aufgestellt wird, habe man jedoch nicht gefordert – das sei eine Entscheidung der Stadt gewesen. Das betonen sowohl Georg Fischhaber, Leiter der Verkehrsbehörde im Tölzer Landratsamt, als auch Andreas Spohn, Kommandant der Wolfratshauser Feuerwehr. Beide waren in die Begehung eingebunden. „Uns ging es allein um die Sicherheit“, sagte Spohn. „Wir wurden gebeten, die Situation mit Blick auf Aufstellflächen, Fahrradien, Wendekreise und die Möglichkeit zum Anleitern hin zu überprüfen.“

Kurz und gut: Die Feuerwehr sollte einen Plan vorlegen, was alles geändert werden müsste, damit die Einsatzkräfte im Ernstfall überall problemlos durchkommen. Dass der Christbaum nicht mehr aufgestellt werden soll, ist Spohn neu und sei nicht von Seiten der Feuerwehr angeregt worden. Ob diese Entscheidung unbedingt nötig war? „Der Baum könnte im Ernstfall zwar Probleme bereiten. Man müsste aber schauen, ob man die Situation so lösen kann, dass die Zufahrt zum Beispiel zur Kirche trotzdem gewährleistet ist“, sagte Spohn. Mit der Feuerwehr habe diesbezüglich niemand Kontakt aufgenommen.

Eine andere vernünftige Möglichkeit, den Baum am Marienplatz aufzustellen, habe man jedoch nicht gesehen, sagt Marktmeister Peter Steinberger. „Hinter dem Brunnen würde man ihn wegen der beiden Platanen nicht gescheit wahrnehmen.“ Und am Brunnen direkt beziehungsweise an der Mariensäule könne man ihn auch nicht aufstellen beziehungsweise befestigen, „weil dann die Stabilität fehlt“. Und den Baum nur für den Christkindlmarkt aufzustellen und zu schmücken, lohne sich auch nicht – selbst wenn man dafür die Genehmigung bekommen sollte. „Dafür ist der Aufwand zu groß.“

Fritz Schnaller weiß erst seit Dienstag davon, dass am Marienplatz vorerst kein Christbaum mehr stehen wird. Der Vize-Bürgermeister vertritt seit Mittwoch Rathauschef Klaus Heilinglechner, der zusammen mit einer Delegation auf dem Weg nach Iruma ist. Für Schnaller ist die Entscheidung gegen den Christbaum kein Beinbruch. „Der Standort war sowieso nicht optimal. Die unteren Äste durften wir aus Sicherheitsgründen noch nie schmücken, außerdem waren die Zweige oft im Weg, haben Besucher und Fußgänger behindert.“

Kleiner Trost für alle Wolfratshauser: Die Christbäume am Schwankl-Eck sowie am Birnmühlplatz werden wie bisher aufgestellt. Und statt dem Christbaum werden auf dem Marienplatz die beiden Platanen für adventlichen Glanz sorgen. An ihnen werden Lichterketten mit jeweils 20 Sternen befestigt. Vize-Bürgermeister Schnaller gefällt diese Idee ganz gut: „Man muss eben auch mal den Mut haben, etwas Neues zu wagen.“

fla

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Entdecke Oberbayern!</center>

Entdecke Oberbayern!

Entdecke Oberbayern!
<center>Die Knödel-Revolution</center>

Die Knödel-Revolution

Die Knödel-Revolution
<center>Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch</center>

Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch

Bayerisch VEGGIE - Köstliches mal ohne Fleisch
<center>Gackerl im Gläschen</center>

Gackerl im Gläschen

Gackerl im Gläschen

Meistgelesene Artikel

Kreistag beschließt Einführung der gelben Tonne 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Würfel sind gefallen: Der Landkreis nimmt Abschied von seinem langjährigen Müllsystem. Ab dem 1. Januar 2018 wandern Wertstoffe zwischen …
Kreistag beschließt Einführung der gelben Tonne 

Geretsrieder (68) fährt auf: Hoher Sachschaden

Dietramszell – Bei einem Auffahrunfall auf der Staatsstraße 2072 bei Einöd ist am Mittwoch rund 5000 Euro Sachschaden entstanden. So kam der Unfall zustande:
Geretsrieder (68) fährt auf: Hoher Sachschaden

Zu massiv: Baugenossenschaft blitzt mit Antrag ab

Wolfratshausen – Die Baugenossenschaft (BG) Wolfratshausen möchte neue Wohnungen schaffen. Der Bauausschuss hat den Antrag allerdings abgelehnt.
Zu massiv: Baugenossenschaft blitzt mit Antrag ab

Karambolage auf Stifter-Straße

Geretsried – Drei Fahrzeuge waren in einen Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag verwickelt. So hat sich die Karambolage abgespielt:
Karambolage auf Stifter-Straße

Kommentare