+
Anlass für einen Appell des Wolfratshauser Bürgermeisters: die soziale Online-Plattform Facebook 

Kritik an Facebook-Posts eines Stadrats

Bürgermeister: „Das gehört  nicht zum guten Ton“

Wolfratshausen – „Das ist nicht das Verhalten, dass man von einem Stadtratsmitglied erwarten kann.“ In der jüngsten Stadtratssitzung rüffelte Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) einen Gremiumsvertreter, ohne dessen Namen zu nennen. „Es gibt Stadtratsmitglieder, die via Facebook die Stadtverwaltung und deren Mitarbeiter öffentlich diskreditieren“, stellte der Bürgermeister erzürnt fest. „Das gehört nicht zum guten Ton.“

Rudi SeibtGrünen-Stadtrat in Wolfratshausen.

Einige Stadträte blickten nach dieser Schelte fragend in die Runde. Andere hatten den Adressaten des Rüffels sofort ausgemacht: Rudi Seibt. Der Grünen-Stadtrat nutzt das soziale Netzwerk Facebook regelmäßig, um politisch Stellung zu beziehen. Zwischen einige Nachrichten zur Energiewende, dem Thema Umweltschutz und Asylbewerber mischen sich bisweilen auch Seitenhiebe gegen das Wolfratshauser Rathaus. So seien beispielsweise Verkehrsprobleme an der Farcheter Kreuzung „auch der Stadtverwaltung zu verdanken“, schreibt Seibt auf Facebook. In einem anderen Post gibt der Grünen-Stadtrat bekannt, dass er sich „über den Dilettantismus einer Bauverwaltung“ aufrege. Außerdem – auch das beklagt Seibt im sozialen Netzwerk – würde die Verwaltung die Stadträte „nie vollständig“ informieren. Im Kontext mit dem städtischen Gebäude am Untermarkt 10 stellt Seibt fest: Die Kostensteigerung in puncto Sanierung sei „eine Erkenntnis, die in ihrem Ausmaß der Bauverwaltung schon ein Jahr bekannt ist. Nur uns Stadträte informiert die Verwaltung nicht. Auf Nachfragen bekommen wir bloß pampige Antworten“. Und weiter: „Jetzt wissen wenigstens alle, was die Verwaltung vorher niemandem sagen wollte.“

Auf den Tadel durch den Bürgermeister von unserer Zeitung angesprochen, reagiert Seibt gelassen: „Ich sehe mich nicht im Unrecht.“ Die Kritik des Rathauschefs an seiner Online-Aktivität sei „deutlich überzogen. Die Kritik äußere ich ja auch in Ratssitzungen ganz direkt. Es passiert aber nichts.“ Außerdem seien seine virtuellen Stellungnahmen weder besonders angreifend noch beleidigend. „Vielleicht ist der Bürgermeister etwas dünnhäutig.“

Seibt ist davon überzeugt, dass man soziale Netzwerke – ebenso wie beispielsweise Leserbriefe – für politische Stellungnahmen nutzen könne. Er werde sich via Facebook auch weiterhin zur Wolfratshauser Kommunalpolitik äußern. „Vielleicht gelangen manche Facebook-Nutzer so an Informationen, die sie zuvor nicht hatten.“

Einige andere Stadtratsmitglieder nutzen Facebook ebenfalls. Gerade in der aktuellen Diskussion zum interkommunalen Hallenbad beziehen wie berichtet zahlreiche Kommunalpolitiker im Netz Stellung.

dst

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Mädchen-Shirt "Winter in Bavaria"</center>

Mädchen-Shirt "Winter in Bavaria"

Mädchen-Shirt "Winter in Bavaria"
<center>Buben-Shirt "Rodler"</center>

Buben-Shirt "Rodler"

Buben-Shirt "Rodler"
<center>Trachtenkissen aus der Rosenheimer Dirndlwerkstatt</center>

Trachtenkissen aus der Rosenheimer Dirndlwerkstatt

Trachtenkissen aus der Rosenheimer Dirndlwerkstatt
<center>Rehbockgehörn mit Strass</center>

Rehbockgehörn mit Strass

Rehbockgehörn mit Strass

Meistgelesene Artikel

Waldram wimmelt

Waldram - Besinnliche Musik, Pflaumentraum, Schmackhaftes aus dem Platzerl-Himmerl: Der bei seiner Premiere vor Jahren skeptisch beäugte handwerkliche Adventsmarkt ist …
Waldram wimmelt

20-Jährige schläft am stillen Örtchen ein

Geretsried – Nach einer Weihnachtsfeier in einem Geretsrieder Restaurant alarmierte eine Teilnehmerin am Samstagmorgen die Polizei. Sie war auf dem Klo eingeschlafen.
20-Jährige schläft am stillen Örtchen ein

Budenzauber soll im Zentrum bleiben

Geretsried - Wohl zum letzten Mal fand der Geretsrieder Christkindlmarkt am Wochenende in der jetzigen Form auf dem Karl-Lederer-Platz statt. Bürgermeister Michael …
Budenzauber soll im Zentrum bleiben

Frische Farbe für die Fassade

Waldram – Wer vor Monaten am Waldramer Kolpingplatz die stark sanierungsbedürftige Fassade des ehemaligen Badehauses sah, rieb sich am Freitag verwundert die Augen. Von …
Frische Farbe für die Fassade

Kommentare