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Gerhard Koller blickt auf ein reiches Leben zurück – beruflich und musikalisch.

Ein Leben für den Rock’n’Roll

Gerhard Koller kommt in die Flösserei

Wolfratshausen – „69 and still rocking“: Gerhard Koller, der seit 2004 in Wolfratshausen lebt, wird am Samstag, 29. Oktober mit seiner „JetBand“ zusammen mit Fans, Freunden und Weggefährten in der Flößerei sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern.

In seiner durchaus wechselvollen Lebenreise, sagt Koller, habe es für ihn eine Kontinuität gegeben: „Nie verließ mich die Leidenschaft, auf der Bühne zu stehen.“ Dabei ist der 69-Jährige kein dilettierender Autodidakt, sondern einer, der eine sehr fundierte Musikausbildung vorzuweisen hat. In Regensburg aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat er von 1957 bis 1966 bei den berühmten Regensburger Domspatzen gesungen. Dann, mit 19 Jahren, hat er an der Regensburger Kirchenmusikhochschule für das Lehrfach studiert und parallel zum Studium in verschiedenen Bands mitgespielt. So war Gerhard Koller einer, der nicht nur Beethoven-Sonaten am Klavier und Bachs d-moll-Tokkata an der Orgel drauf hatte, sondern auch die Musik der Rolling Stones und anderer Kultbands jener Zeit.

Seinen Beruf als Musiklehrer an der Realschule schmiss er nach drei Jahren wieder hin und vertauschte die sichere Beamtenlaufbahn mit einem Leben als freischaffender Musiker. Bis zu deren Erkrankung war er Bandleader in der Begleitband der amerikanischen Pop- und Schlagersängerin Peggy March („Mit siebzehn hat man noch Träume“), danach wirkte er in mehreren anderen Profibands in ganz Europa mit und gab nebenher Musikunterricht.

Hauptberuflich schlug Gerhard Koller mit 29 Jahren einen ganz anderen Weg ein, stieg als Assistent bei McDonalds ein und arbeitete sich in eine Leitende Position bei der Münchner Hauptverwaltung empor. Nach zwölf Jahren dann wieder eine Zäsur: Nun war er als Exportleiter für den Burger-Lieferanten der Restaurantkette tätig.

All die Jahre spielte er nebenher in verschiedenen Bands mit. 2004 zog er nach Wolfratshausen, wo er sich „sauwohl fühlt und viele nette Leute als Freunde gewonnen hat“. 2010 ging er in Rente und schloss sich 2014 der von Olaf Prüfer gegründeten „Jetband“ an.

Die gab es bereits in der ehemaligen DDR, ehe der heute in Sauerlach ansässige Leadgitarrist 1988 in die Bundesrepublik geflüchtet ist. „In dieser Band fühle ich mich sehr wohl, das sind lauter nette Burschen.“ Das Rockkonzert zum Jubiläum am 29. Oktober beginnt um 20 Uhr.

Rainer Bannier

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