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Willkommensgeschenk: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (re.) überreichte an die jungen Neubürger eine kleine Tüte mit einem Stoffbären. 

Neubürgerempfang

Aus Peking an die Loisach

Wolfratshausen - Die Bevölkerung in Wolfratshausen wächst. Beim ersten Neubügerempfang der Stadt erzählen Familien ihre Geschichten.

Die Beweggründe, seinen Lebensmittelpunkt hier her zu verlagern, sind vielfältig. Christian Martin zog kürzlich zum Beispiel der Liebe wegen aus Neubrandenburg nach Oberbayern. „Meine Frau stammt aus Deining. Da lag es nahe, dass wir uns in der näheren Umgebung was suchen“, berichtete er beim Neubürgerempfang der Stadt in der Waldramer Schule. Am Wochenende waren alle Neubürger dorthin eingeladen worden, rund 80 Personen kamen, darunter einige Flüchtlinge und anerkannte Asylbewerber. Es war die erste derartige Veranstaltung in der Flößerstadt.

Christian Martin und seine Frau haben sich in Wolfratshausen ein Haus gekauft. Dort hat Töchterchen Katharina und womöglich auch weiterer Nachwuchs viel Platz zum Spielen. Vom Neubürgerempfang bekam die Kleine aber nur wenig mit: Sie schlief im Kinderwagen. Andere Kinder tollten herum. Bürgermeister Klaus Heilinglechner nahm sich Zeit, den Neuankömmlingen einen Stoffbären zu überreichen und mit den Eltern zu sprechen.

„Der Erfolg einer Stadt zeigt sich auch an der Zahl der Kinderwagen“, erklärte der Rathauschef. So gesehen muss ihm um die Zukunft nicht bange sein: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Verwaltung 1524 Zuzüge aus 51 Nationen, dem gegenüber standen etwa 1200 Wegzüge. Macht ein Plus bei der Einwohnerzahl von gut 300.

Die Idee, einen Neubürgerempfang zu veranstalten, stammt von der ehemaligen Familienreferentin Sybille Ulbrich und wurde nun von ihrer Nachfolgerin, Stadträtin Gerlinde Berchtold, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung realisiert. „So etwas wird von vielen Kommunen im Umkreis gemacht“, sagte Amtsleiter Franz Gehring. „Wir wollten aber nicht nur kopieren.“ Bei der Wolfratshauser Aktion wurden die Neubürger an einem Tisch über Freizeit- und Hilfsangebote in der Loisachstadt informiert. Vor allem der Flyer zur Loisach-Isar-Rundtour stieß auf großes Interesse. Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Moritz gab Auskunft zur Energie- und Trinkwasserversorgung. „Unser Leitungswasser hat eine höhere Qualität als so manches Tafelwasser“, betonte er. Auf positive Resonanz stießen auch die Stände der Stadtbibliothek, der Volkshochschule, der Musikschule und des Kinder- und Jugendfördervereins. Zwischendurch lockerte das Ensemble „Formidable“ der Musikschule sowie die Jugendabteilung der Stadtkapelle die ohnehin schon entspannte Atmosphäre auf.

Viele Neuankömmlinge nutzten die Gelegenheit, mit anderen Zugezogenen Erfahrungen auszutauschen. Maik Wichmann haben zum Beispiel berufliche Gründe veranlasst, aus Hannover nach Wolfratshausen zu ziehen. Seine Lebensgefährtin Gabi Clodius folgte ihm. Trotz der Wohnungsnot in der dicht besiedelten Loisachstadt fanden die beiden innerhalb von zwei Monaten eine Bleibe. „Wir waren überrascht, wie schnell das ging“, berichtete Clodius.

Einen noch weiteren Weg hat die chinesische Familie Hu auf sich genommen. „Wir kommen ursprünglich aus Peking und haben dann einige Jahre in München gelebt. Wir wollten aber unbedingt nach Wolfratshausen“, sagte Familienvater Zhiqiang Hu in nahezu aktzentfreiem Deutsch. Warum? „Hier ist alles perfekt. Ich liebe die Nähe zur Loisach. Und die Berge sind auch nicht weit.“ Außerdem sei jeder Nachbar sehr freundlich. „Das hat man auch nicht überall“, stellte er fest.

Peter Herrmann

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