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Von wegen Ferien: Die fleißigen Mitglieder des Vereins „Bürger fürs Badehaus“ (v. li.) Karl-Heinz Rauh, Wolfgang Saal, Dr. Sybille Krafft, Andreas Weinert und Werner Henschelchen haben am Wochenende unter anderem die alten Fensterstöcke aus dem Gebäude entfernt. 

Arbeit an der Erinnerungstätte

„Projekt Badehaus“ gedeiht

Waldram - Am Kolpingplatz geht es mit Siebenmeilenstiefeln voran. Am Wochenende packten die Aktiven des Vereins "Bürger fürs Badehaus" wieder kräftig an. Das neue Dach kann man schon bewundern.

Inzwischen ist ein Baukran in die Höhe gewachsen, das gesamte Badehaus-Areal ist von einem Bauzaun umgeben. Und deutlich sichtbar: Der alte, mit den Jahrzehnten morsch und marode gewordene Dachstuhl ist einem neuen, massiven Nachfolger gewichen: Trotz heftigen Regens in den vergangenen Tagen ist das neue Dach drauf, der größte Teil ist schon mit Schalung und Dachpappe versehen, nur vorne zur Straße klafft im ersten Stock bis zum Dachfirst ein großes Loch – der alte Dachstuhl harrt in Teilen noch der Demontage. Da, wo später Büro und Archiv ihre Heimat finden, wurde statt des für die Waldramer Siedlerhäuser charakteristischen Fehlbodens eine neue, belastbare Betondecke eingezogen.

Im ersten Stock finden "Bäume der Erinnerung" ihren Platz

Ein erster Blick in den entkernten, geradezu riesig anmutenden Raum im ersten Stock lässt erahnen: Hier werden die „Bäume der Erinnerung“ Platz finden, symbolische Zeichen für die ehemaligen Bewohner des zwischen 1945 und 1956 bestehenden jüdischen DP-Lagers Föhrenwald. Die Vorsitzende des Badehausvereins, Dr. Sybille Krafft, freut sich mit ihrem Team schon darauf, anhand von Biografien, Fotos und historischen Dokumenten an diesen einmaligen Ort des Überlebens und des Neuanfangs dauerhaft erinnern zu können: mit allen fünf Zeitschichten von den 1930er Jahren des 20. Jahrhunderts bis heute.

Eröffnungstermin soll Silvester 2017 sein

Bis zum angepeilten Eröffnungstermin Silvester 2017 ist noch sehr viel Arbeit nötig, doch sind die Fortschritte beachtlich: Am Samstag entfernten zwei Vereinsmitglieder, Karl-Heinz Rauh und Werner Henschelchen, mit schwerem Gerät zwölf Fensterstöcke und bereiteten die Reste für die Entsorgung vor. Im Keller des Gebäudes – wo das Fundament der Mikwe, des ehemaligen jüdischen Ritualbades, freigelegt wurde – hat das Tölzer Bauunternehmen Schneider T-Stahlträger installiert, um die Statik des Gebäudes zu sichern. Wo früher das Waschhaus des Seminars war und die Seminaristen ihre Ski und Rodel lagerten, werden helle Räume entstehen. Im Erdgeschoss sind die zwar schönen und typischen, aber nicht mehr erhaltungsfähigen Fensterläden aus Holz abgehängt und warten auf ihren Abtransport. Dieter Klug

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