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„Hey, wer will mit mir zur Welle?“ Die Chancen dafür, dass die junge Surferin aus der Werbekampagne diese Frage irgendwann tatsächlich stellt, sind seit Donnerstagabend wieder ein Stückchen gestiegen.

Kulturausschuss stellt 100.000 Euro in Aussicht

Surfwelle: Stadt gibt Rückenwind

Wolfratshausen - Der Kulturausschuss hat den Weg für einen Surfwellen-Verein geebnet. Sollte das Projekt Unterstützung aus dem europäischen Leader-Programm erhalten, zahlt die Kommune 100.000 Euro Zuschuss. Darauf einigte sich das Gremium am Donnerstagabend.

Wolfratshausen – Das Projekt hat viele Unterstützer. In einer groß angelegten Werbekampagne posierten viele junge Erwachsene mit einem Surfbrett an prominenten Orten in der Loisachstadt. Auch bekannte Unterstützer stellten sich hinter die Surfwelle: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) und einige Stadträte warben für die Sportanlage, die an der Loisach bei Weidach entstehen soll.

Bereits 2014 wurden für die Surfwelle 100.000 Euro in den städtischen Haushalt eingestellt. Eine Machbarkeitsstudie, die im vergangenen Jahr fertig wurde, zeigt: Das Vorhaben wäre an dem Standort kurz hinter dem Elektrizitätswerk Weidachmühle zu realisieren. Daraufhin sollten 320 000 Euro – so hoch wären die Kosten für die Welle – im Haushalt 2016 eingestellt werden. Nach kontroverser Debatte beschlossen die Räte, das Projekt auf 2017 zu verschieben. Damals war unsicher, ob an der geplanten Stelle stets ausreichend Wasser für den Betrieb zur Verfügung steht.

Initiatoren wollen selbst 60.000 Euro auftreiben

Die Initiatoren des Projektes verhandelten mit dem Betreiber der Weidachmühle. Man einigte sich darauf, dass für die Welle Ausgleichszahlungen anfallen: zehn Euro pro Surfstunde gehen an den Mühlen-Betreiber. Die Kosten für den laufenden Betrieb soll ein Verein übernehmen, der noch gegründet wird. Die Gründung dieses Vereins koppelten die Initiatoren an eine Bedingung: Der Stadtrat soll sich an den Investitionskosten beteiligen. Geplant ist, dass die Hälfte der Kosten – rund 160.000 Euro – vom europäischen Leader-Programm gezahlt wird. Wenn das klappt, soll sich der Rest aus zwei Säulen finanzieren: 60.000 Euro möchten die Wellen-Fans über Spenden und Sponsoren auftreiben, die übrigen 100.000 Euro soll die Kommune tragen.

„Das ist ein großartiges Projekt aus der Bürgerschaft“

Die Stadträte stimmten diesem Plan einstimmig zu. „Das ist ein großartiges Projekt aus der Bürgerschaft“, lobte Dr. Ulrike Krischke (BVW) das Engagement der Wellen-Befürworter. Auch Roswitha Beyer (SPD) machte sich für die Surfwelle stark: „Wir geben auch für andere Sportarten Geld aus, dann sollten wir auch diesen jungen Sport unterstützen.“ Ihre Fraktionskollegin Gerlinde Berchtold sah das ähnlich: „Das Projekt ist hervorragend.“ Aber, das gab die SPD-Rätin zu bedenken: „Wir möchten hier keinen Blankoscheck ausstellen.“ Einige Punkte seien von den Initiatoren noch zu klären. Dazu zählte Berchtold die Planung eines Betreibermodells, vertragliche Vereinbarungen mit dem Kraftwerksbetreiber und die Berücksichtigung von Interessen der Anwohner, zum Beispiel bei Fragen zum Thema Parkplatz, Müll und Lärm.

Rathauschef Heilinglechner erklärte, dass es sich bei dem Beschluss nicht um einen Freifahrtschein handele: „Es geht hier lediglich um die Investitionskosten.“ Würde die Stadt diese verwehren, „wird kein Verein gegründet“. Unisono betonten die Anwesenden, welchen Imagegewinn die Einrichtung für die Loisachstadt haben könnte.

CSU-Stadtrat Peter Plößl betonte, dass sich ein solches Projekt auch touristisch gut vermarkten ließe. „Man könnte die Welle an das Bild der Flößerstadt koppeln“, regte Plößl an. „Auch wenn ich die Welle nicht aktiv nutzen werde, möchte ich sie unterstützen.“ Die scherzhafte Nachfrage von Rathauschef Heilinglechner, ob sich Plößl für eine Werbekampagne mit einem Surfbrett ablichten lassen würde, beantwortete er zumindest nicht mit einem „Nein“. Am kommenden Dienstag ab 18 Uhr hat der Stadtrat das letzte Wort.

Von Dominik Stallein

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