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Anschaulich: InfoteQ-Geschäftsführer Franz Martin (re.) zeigte, wie leicht ein Smartphone gehackt werden kann.

IT-Experten warnen vor unsichtbaren Gefahren

Smartphone-Spionage und Datenklau: So schützen Sie sich

Wolfratshausen – IT-Experten warnen in der „Go Business“-Vortragsreihe vor unsichtbaren Gefahren: Wie schützt man sich vor Spionage am Smartphone und Datenklau?

Wolfratshausen – Seit zehn Jahren lädt die Initiative „Geschäftskontakte Oberland – GO Business“ jeden letzten Donnerstag im Monat an verschiedenen Orten zu Fachvorträgen und Diskussionen ein. Jüngst begrüßten die Organisatoren Ute Weber, Beate Mader und Leonhard Sappl im Krämmel-Forum rund 30 Unternehmer, um über Datensicherheit zu informieren. Die drei IT-Experten blieben in ihren Vorträgen kaum eine Antwort schuldig.

Christian Eich von der in Gelting ansässigen WorNet AG warnte zunächst vor vireninfizierten E-Mails und sogenannter „Ransomware“. „Nicht immer werden Spam-Mails sofort erkannt. Manchmal verbirgt sich sogar hinter dem Anhang in einem Bewerbungsschreiben ein Angriff“, erklärte Eich. Ob die Dateien auf dem heimischen PC von Kriminellen verschlüsselt werden oder persönliche Daten gestohlen und mit deren Veröffentlichung gedroht wird: Meist wollen die Cyber-Verbrecher Geld sehen, bevor sie angeblich Dateien oder Daten zurückgeben. „Mittlerweile werden Lösegelder in Millionenhöhe gezahlt“, berichtete Eich.

Virenscanner bieten dabei längst nicht mehr umfassenden Schutz. „Experten schätzen, dass sie vielleicht 40 bis 50 Prozent der gefährlichen Mails erkennen.“ Besondere Vorsicht sei nicht nur bei Scriptdateien mit den Endungen .js oder .jse, sondern auch bei alten Office-Formaten wie .doc oder .xls geboten. „Diese Formate als Vehikel für Schadsoftware zu nutzen, ist wegen ihrer hohen Verbreitung und diverser Sicherheitslücken besonders effektiv für Kriminelle und kann in kürzester Zeit großen Schaden anrichten“, warnte der IT-Experte. Die wenigsten Anwender würden zudem damit rechnen, dass sich hinter einer Word- oder Excel-Datei ein Virus verbirgt – vor allem, wenn sich die Datei als Rechnung, Auftragsbestätigung oder interner Dokumentenscan ausgibt. Neue Office-Formate wie zum Beispiel .docx seien hingegen sicher und bedürfen im Regelfall keiner besonderen Behandlung bei Anti-Spam- und Malwaremaßnahmen.

Die Nutzung von externen Rechenzentren empfahl Benedikt Fischer von ACP-Solutions. Dort können Kunden ihre Daten sicher ablegen und ihre Systeme betreuen lassen. Auch die ACP Safebox, eine Art „Dropbox“ für Unternehmen, die der einfachen, sicher verschlüsselten Datenbereitstellung und -verteilung mit internen und externen Kollegen dient, sei hilfreich.

Als „Spion in der Tasche“ bezeichnete Franz Martin von der Geltinger Firma InfoteQ das Smartphone. „Das ist ein leistungsfähiger kleiner Computer mit allem, was Big Brother sich wünschen würde“, erklärte Martin. Das Smartphone sei fast immer in der Nähe seines Besitzers, hat ein Mikrofon, Kamera, GPS, jede Menge persönlicher Daten und die mobile Anbindung ans Internet.

Martin berichtete weiter, dass die Schadprogramme offenbar nicht ausschließlich durch Unachtsamkeit der Nutzer – etwa durch die Installation einer kostenlosen App – auf das Smartphone kommen. „Einige Hersteller oder Zwischenhändler geben den Geräten von Haus aus eine Spionagesoftware mit auf den Weg“, warnte der InfoteQ-Geschäftsführer. Die meist in China produzierten Handys seien um ein Vielfaches billiger als beispielsweise der Marktführer Samsung. Oft hilft selbst die Installation eines Virenscanners nicht mehr.

Der Geltinger IT-Fachmann demonstrierte abschließend anschaulich, wie leicht ein Smartphone gehackt werden kann. Die Ängste der rund 30 Besucher dürften danach nicht geringer geworden sein. Fazit: 100-prozentigen Schutz gibt es kaum. „Das Risiko des Datendiebstahls kann aber durch einfache Maßnahmen deutlich minimiert werden“, sagte Beate Mader von Go Business.`

von Peter Herrmann

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