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Andenken sollen am Untermarkt 10 verkauft werden.

Zeit für den Schlussstrich

Untermarkt: Sinken Sanierungskosten auf 200.000 Euro?

Wolfratshausen – Beim SPD-Stammtisch diskutieren die Parteien über die Immobilie am Untermarkt 10. Nur die BVW lässt sich nicht blicken. Sinken die Sanierungskosten sogar auf 200 000 Euro ?

Maximal 460 000 Euro: CSU-Stadtrat Alfred Fraas ist überzeugt, dass sich das interfraktionell erarbeitete Konzept für das städtische Gebäude am Untermarkt 10 für diesen Preis umsetzen lässt. Fraas hatte das Konzept in einem Planentwurf zu Papier gebracht. Am gut besuchten SPD-Frühschoppen im Wirtshaus Flößerei sagte er sogar, der Umbau der Immobilie zu einer Tourismus- und Kulturzentrale mit Citymanagement-Büro, Andenkenladen, Empfangsraum für die Partnergemeinden, Ausstellungsraum sowie Trauungszimmer sei „für 200 000 Euro bestens erledigbar“. Vertreter aller im Stadtrat vertretenen Gruppen mit Ausnahme der Bürgervereinigung saßen zusammen.

Der Stadtrat hatte dem von Helmut Forster (Bürgervereinigung), Fritz Meixner (SPD), Günther Eibl und Alfred Fraas (beide CSU) beantragten Konzept vergangene Woche wie berichtet mehrheitlich zugestimmt. Ein Diskussionspunkt waren allerdings die Kosten. Vor allem Dr. Hans Schmidt (Grüne) hatte bezweifelt, dass sich das denkmalgeschützte Gebäude tatsächlich für 460 000 Euro sanieren lasse. Das ist der Preis, der dem Stadtrat für den ursprünglich geplanten Umbau zu einem Bürgerladen genannt worden war. Nach einer Kostenschätzung wäre das Projekt dann aber fast doppelt so teuer gekommen. Fraas begründete die Mehrkosten mit den Auflagen für ein Lebensmittelgeschäft, mit der aufwändigen Kühlung und Elektrik.

Baut die Stadt ein "zweites Rathaus"?

Fritz Meixner, Fraktionssprecher der SPD, kritisierte die Presse sowie Bürgerladen-Initiator Ernst Gröbmair, der die neue Nutzung des Untermarkts 10 als „zweites Rathaus“ bezeichnet hatte. Ein zweites Rathaus besitze Wolfratshausen längst: in Form der Räume, die die Stadt für ihre Mitarbeiter im alten Vermessungsamt am Untermarkt 2 angemietet habe. Durch die Auslagerung von Kultur- und Tourismusamt sowie Trauungszimmer könnten diese Mitarbeiter eventuell ins Rathaus zurückkehren, sagte Meixner. Dadurch würden Mietausgaben wegfallen.

Roswitha Beyer (SPD) sah in den Plänen für den Untermarkt 10 nur Vorteile. Die Tourist-Info würde sich an exponierter Stelle befinden, man könnte mehr Öffnungstage für das Museum im ersten Stock anbieten und hätte einen würdigen Ausstellungsraum für die geerbten Bilder des Malers Felix Bockhorni. Beyer: „Was setzen wir sonst für ein Zeichen für andere Bürger, die der Stadt wertvolle Dinge vermachen wollen?“

Fraas ergänzte, dass Kultur, Tourismus und Citymanagement unter einem Dach untergebracht wären und somit eng zusammenarbeiten könnten. Der ehemalige SPD-Ortsvorsitzende Hans Gärtner bemerkte dennoch kritisch, dass der Umbau keine Billiglösung werden dürfe. Er mahnte mittelfristig ein „zeitgemäßes Konzept“ für das Heimatmuseum an. Allein mit einer Ansammlung alter Gegenstände locke man heute niemanden mehr.

Schluss-Strich unter Bürgerladen am Untermarkt 10 ziehen

Den Besucher Ernst Gröbmair, der nur zuhörte, sich aber nicht zu Wort meldete, bat Meixner, den negativen Ausgang des Bürgerentscheids zum Bürgerladen zu akzeptieren und nach vorne zu schauen. „Ich sehe eine Perspektive für den Bürgerladen“, so Meixner. Beim Stadtarchiv habe sich schließlich mit der Unterbringung in der ehemaligen Landwirtschaftsschule auch nach langem Diskutieren samt Bürgerentscheid eine gute Lösung ergeben. „Sie haben nach wie vor unsere Unterstützung im Rat, wenn es darum geht, einen Bürgerladen einzurichten.“ Der SPD-Stadtrat wünschte sich, dass man den Schlussstrich unter die Debatte „Bürgerladen im Untermarkt 10“ ziehe und aufhöre, das jetzige Projekt mit dem Bürgerladenprojekt zu vergleichen.

von Tanja Lühr

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