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Schön anzuschauen, aber nicht ungefährlich: das Kreuzkraut. 

Gift kann Pferden und Rindern gefährlich werden

Das Kreuz mit dem Kraut

Bad Tölz-Wolfratshausen - Das widerstandsfähige Kreuzkraut vermehrt sich im Landkreis vielerorts rasant. Sein Gift kann Pferden und Rindern gefährlich werden. Immerhin: Bei seiner Bekämpfung gibt es Fortschritte.

Es sieht eigentlich recht hübsch aus, mit seinem gelben, zarten Blüten. Doch seine Beliebtheit hält sich insbesondere bei Bauern in engen Grenzen: Das Kreuzkraut hat sich in den vergangenen Jahren im Landkreis stark ausgebreitet. Insbesondere bei Pferden, aber auch bei Rindern kann das Krautgift zu schweren Schädigungen der Leber führen. Die Landwirte sind mittlerweile sensibilisiert und haben der Pflanze den Kampf angesagt. Kreisbäuerin Ursula Fiechtner ist optimistisch: „Wenn jeder mithilft, dann breitet sich das Kreuzkraut bei uns nicht so stark aus.“ Im Landkreis sind Fiechtner zwar etliche Stellen bekannt, an denen die besonders giftigen Arten Alpen-, Jakobs- und Wasserkreuzkraut wachsen: etwa in Gaißach, Wackersberg, Lenggries, der Jachenau und entlang der Bundesstraße 11 zwischen Geretsried und Wolfratshausen.

Bei der Bekämpfung müssen alle zusammenhelfen

Das Kreuzkraut einzudämmen, das funktioniere nur, „wenn Kommunen und Landwirte gemeinsam handeln“, sagt die Bäuerin aus Rothenrain. Hier sei man auf einem guten Weg. Seit dem vergangenen Jahr „ist eigentlich jeder in Habachtstellung“, hat die Kreisbäuerin festgestellt. Infoveranstaltungen und Medienberichte hätten viele Menschen „aufgerüttelt“. Die meisten Landwirte würden dem Kreuzkraut mit dem Unkrautstecher zu Leibe rücken. „Schlecht ist nur, wenn einer es nicht glauben will, dass das Kreuzkraut so schlimm ist, und es stehen lässt.“ Denn die Pflanze breite sich sehr rasch aus, der Wind trage die Samen auf benachbarte Felder. Erfreulich findet Fiechtner, dass sie bei den Bürgermeistern im Landkreis auf offene Ohren gestoßen sei. „Alle sind hellhörig und haben gehandelt.“

Je öfter gemäht wird, desto geringer das Problem

Der Problematik bewusst ist sich etwa der Eurasburger Rathauschef Moritz Sappl. So widmete die Gemeindezeitung diesem Thema jüngst eine ganze Seite, damit die Bürger für dieses Thema sensibilisiert werden. Auf gemeindeeigenen Flächen sei das stark giftige Jakobs-Kreuzkraut noch nicht aufgetaucht, sagt Sappl, wohl aber auf Grundstücken von Privat-Eigentümern: „Wir haben die Landwirte informiert, und sie haben die Pflanzen gleich entfernt.“ Noch sei das Kreuzkraut allerdings kein großes Problem: „Der Bestand ist bei uns äußerst minimal.“ Auch gebe es auf intensiv bewirtschafteten Flächen, auf denen vier- oder fünfmal im Jahr gemäht wird, sicher weniger Kreuzkraut als auf einem ökologisch genutzten Grund, auf dem es nur ein- oder zweimal eine Mahd gibt.

Das Veterinäramt nimmt das Thema sehr ernst

Ein „großes Anliegen“ ist die Eindämmung des Kreuzkrauts auch Amtstierarzt Dr. Georg Unterholzner aus Ascholding. „Das Thema muss man sehr ernst nehmen“, sagt er. Für ein Pferd liege die tödliche Dosis bei zwei bis vier Kilogramm Kreuzkraut im Heu. Bei Rindern werde erste eine vielfache Menge gefährlich. Doch auch wenig Kreuzkraut sei schon bedenklich, weil der Körper das Gift nicht abbauen könne. Dem Veterinäramt sei bislang kein Fall einer Vergiftung im Landkreis bekannt. Nur aus an die 20 Jahre zurückliegenden Zeiten, als er eine eigene Praxis hatte, erinnert sich Unterholzner an ein vergiftetes Pferd. „Seine Schleimhäute waren knallgelb“, sagt er. „Das war eine akute Vergiftung, aber das Pferd wurde wieder gesund.“ 

Patrick Staar

Patrick Staar

E-Mail:info@merkur.de

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