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Abschied von einem vertrauten Bild: Ab heuer wird’s auf dem Marienplatz in Wolfratshausen keinen Christbaum mehr geben. Zudem bauen weniger Vereine und Fieranten beim Christkindlmarkt am ersten Adventswochenende einen Stand auf. 

Christkindlmarkt am 1. Adventswochenende

Deutlich weniger Buden

Wolfratshausen - Der Weihnachtsbaum auf dem Wolfratshauser Christkindlmarkt ist dem Brandschutz zum Opfer gefallen. Doch nicht nur: Es wird auch ein Dutzend weniger Buden geben. Die Vereine haben Schwierigkeiten, Ehrenamtliche zu finden. Und für Fieranten lohnt sich das Geschäft nicht mehr.

An 50 Ständen werden auf dem Christkindlmarkt am ersten Adventswochenende (25. bis 27. November) Glühwein, Leckereien und Handwerkskunst angeboten. „Das sind zwölf Stände weniger als im vergangenen Jahr“, sagt der Marktmeister der Flößerstadt, Peter Steinberger, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Reduzierung der Verkaufsbuden hat nach seinen Worten nichts mit dem Brandschutz zu tun. „Jeder, der sich angemeldet hat, hat einen Platz bekommen“, versichert Steinberger, der die Reservierungswünsche entgegengenommen hat. „In den Höchstzeiten hatten wir einen Christkindlmarkt mit 80 Buden“, erinnert sich der Marktmeister.

Viele Vereine wird man vergeblich suchen

Diese Zeiten seien jedoch vorbei. Warum? Wie jedes Jahr schrieb Steinberger vor Monaten alle Standbetreiber des vergangenen Christkindlmarktes an. Viele davon hätten sich aber nicht mehr gemeldet oder ihre Teilnahme für 2016 abgesagt. „Das hat mehrere Gründe“, berichtet der langjährige Rathausmitarbeiter. Zum einen würden sich viele Vereine, die in den vergangenen Jahren Punsch, Glühwein oder weihnachtliche Kleinigkeiten verkauft haben, zunehmend schwer tun, Ehrenamtliche zu finden, die sich in die Buden stellen. „Wenn das notwendige Personal nicht verfügbar ist, kann ich keinen Stand anmelden“, schlussfolgert Steinberger. Viele Vereine, die 2015 noch mit einem Angebot in der Altstadt vertreten waren, suche man heuer am ersten Adventswochenende vergeblich.

Am besten läuft es an Glühweinständen

Auch von gewerblichen Fieranten kamen laut Steinberger Absagen. „Für viele Gewerbetreibende rentiert sich ein Marktstand schlicht nicht“, berichtet der Marktmeister. „Vor allem, wenn man für den Einsatz am Wochenende das Personal bezahlen muss.“ Die Kosten für die Standmiete und die Mitarbeiter seien an einem nur dreitägigen Christkindlmarkt wie in Wolfratshausen nur schwer wieder zu refinanzieren. „Besonders kleine Handwerksbetriebe, die oft selbst angefertigten Produkte anbieten, haben da große Probleme“, sagt Steinberger. Erfahrungsgemäß laufe es an Ständen, „die Glühwein oder Speisen anbieten, finanziell besser“.

Die Größe des Markts bleibt gleich

An der Ausdehnung des Christkindlmarktes ändert sich laut Steinberger trotz des Budensterbens heuer nichts: Wie in den vergangenen Jahren erstrecken sich die Verkaufsstände vom Schwankl-Eck am südlichen Eingang zur Marktstraße bis hin zur Bahnhofstraße. Mancher Budenbetreiber wird sich jedoch an einem neuen Standort wiederfinden. „Wir mussten einige Umstellungen vornehmen“, erklärt der Marktmeister Das hänge mit dem Brandschutz zusammen. „Direkt am Marienplatz darf heuer kein Stand aufgebaut werden.“ Die Rettungszufahrten müssen zu jeder Zeit frei bleiben. Zu diesem Schluss kamen Vertreter der Kommune, des Landratsamtes in Bad Tölz, der Polizei und der Wolfratshauser Feuerwehr wie berichtet vor einigen Wochen bei einer gemeinsamen Begehung der Marktstraße. Mit dem Ergebnis, dass auf dem Marienplatz auch kein Christbaum mehr stehen darf. Dominik Stallein

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