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Unerlaubte Abgabe einer Schusswaffe: Diese Straftat kommt einen Ex-Waffenhändler teuer zu stehen. 

Geldstrafe für Wolfratshauser

Ärger wegen alter Büchse

Wolfratshausen - Ein Stutzen aus dem Jahr 1836 brachte einen ehemaligen Waffenhändler und seinen Kunden auf die Anklagebank.

Der Scheibenstutzen aus dem Jahr 1836 hat wohl nur noch Sammlerwert. Aber ein ehemaliger Wolfratshauser Waffenhändler (71) bekam wegen der alten Büchse reichlich Ärger mit der Justiz. Bei der Geschäftsauflösung im Sommer vorigen Jahres übergab er die Waffe einem Dietramszeller (71). Weil der Rentner aber nicht über die erforderliche Besitzerlaubnis verfügte, wurde der Händler mittels Strafbefehls zu einer Geldstrafe von 2.400 Euro verdonnert. Damit war der Wolfratshauser nicht einverstanden. Deshalb musste er sich nun wegen unerlaubter Abgabe einer Schusswaffe an einen nicht Berechtigten vor dem Strafrichter verantworten.

„Ich habe das doch nur aus Gefälligkeit gemacht“, äußerte der strafrechtlich bis dato unbescholtene Angeklagte zum Strafbefehl. Etwa ein Jahr zuvor habe er das Gewehr von seinem Kunden übergeben bekommen, um es aufzubewahren. Der Dietramszeller hatte den Stutzen aus einer Erbschaft erhalten, konnte das gute Stück aber nicht behalten. Denn der Waffenfreund verfügt zwar über eine Waffenbesitzkarte, auf der zwei Schusswaffen verzeichnet sind – nicht aber der antiquierte Feuerstutzen. Die erforderliche Ergänzung war ihm vom Tölzer Landratsamt verweigert worden.

Dies habe der Händler gewusst und sich deshalb schuldig gemacht, hielten ihm Richter und Staatsanwalt vor. „Ich hab’s doch nur eingelagert“, beteuerte der Angeklagte und schüttelte ungläubig den Kopf. Auch die Tatsache, dass der Dietramszeller bei der Abholung kein Wort über den fehlenden Eintrag in seiner Waffenbesitzkarte verloren hatte, sei fürs Verfahren unbedeutend: „Sie sind der Fachmann. Sie hätten ihm die Waffe nicht herausgeben dürfen, weil sie vom Theater mit dem Landratsamt wussten“, erklärte der Staatsanwalt. „Dass Sie ihm einen Gefallen tun wollten, ist menschlich nachvollziehbar, aber es ist ein Straftatbestand.“ Amtsrichter Helmut Berger verurteilte den ehemaligen Waffenhändler schließlich zu einer Geldstrafe von 800 Euro (40 Tagessätze).

Bereits vor einigen Wochen ist sein Ex-Kunde aus Dietramszell wegen unerlaubten Schusswaffenbesitzes zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen á 20 Euro verurteilt worden. Für den Rentner war die Strafe nebensächlich. Seine einzige Sorge galt dem alten Stutzen. „Der darf nicht verschrottet werden“, flehte er seinerzeit in der Verhandlung am Amtsgericht, ihm das „Beweismittel“ wieder herauszugeben. Berger ging darauf ein: Wenn der 71-Jährige einen Käufer auftut oder ein Museum für das gute Stück findet, kann er es aus der Asservatenkammer abholen.

Rudi Stallein

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