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Gut besucht: Zum 20. Mal hatten das Maklerbüro Schneider & Prell und der Isar-Loisachbote/Geretsrieder Merkur zum Immobilienforum eingeladen. Rund 100 Interessierte kamen ins Foyer der Loisachhalle. 

20. Immobilienforum

Das Haus im Grünen ist ein Auslaufmodell

Wolfratshausen - Beim 20. Immobilienforum befasste sich das Büro Schneider & Prell mit dem Wohnen in der Zukunft. Die Fachleute auf dem Podium sahen große Herausforderungen auf die Branche zukommen.

Nicht nur die Generation der „Digital Natives“, sondern auch die steigende Anzahl der älteren Menschen wird neue Anforderungen an das Wohnen stellen. Darauf einzugehen wird Aufgabe von Planern, Politikern und Immobilienverkäufern sein. Auf dem Podium im Loisachhallen-Foyer saßen deshalb am Mittwochabend neben dem Marketing-Experten Prof. Dr. Anton Meyer der Wolfratshauser Makler Peter Schneider, der Münchner Projektentwickler Ralf Büschl sowie Dritter Landrat Klaus Koch. Auf den Zahn fühlte ihnen Moderator Carl-Christian Eick, Redaktionsleiter des Isar-Loisachbote/Geretsrieder Merkur.

Die Wünsche der „Millennials“, also die nach 1980 geborenen und entsprechend technikaffinen Kunden, bekommt Peter Schneider vereinzelt zu hören: „Klar, für die gehören eine Videosprechanlage, WLAN in allen Zimmern und elektrische Rollos zum Standard beim Hauskauf“, sagte der Vorstand der Schneider & Prell Immobilientreuhand AG. Vor allem bei der Werbung und Vermarktung spiele die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Für den jungen Käufer um die 30 Jahre seien Informationen per App oder virtuelle Rundgänge durch die Immobilie eine Selbstverständlichkeit. Dennoch kann die Kommunikation via Smartphone für Schneider nicht das persönliche Gespräch ersetzen. Schließlich gehe es beim Hauskauf um Emotionen.

Mindestens genauso wichtig wie die Bedürfnisse der Jungen seien die der Älteren. Bei den Kunden ab 60 Jahren steige die Nachfrage nach seniorengerechten Dachterrassenwohnungen mitten in den Stadt- und Ortszentren. Auch das Mehrgenerationenhaus sei ein Thema.

Ralf Büschl, dessen Unternehmen zu Münchens führenden Projektentwicklern zählt, bestätigt, dass die „Digital Natives“ noch nicht das beherrschende Klientel auf dem Immobilienmarkt seien. In frühestens zehn Jahren wird sich das seiner Meinung nach ändern. Beim Neubau von Hotels und Büros werde die moderne Technik schon wesentlich stärker eingesetzt. Doch sie koste Geld. Angesichts der horrenden Grundstückspreise in Bayern überlege man sich die zusätzliche Investition als Bauherr gut.

Moderne Technik, auch in Bezug auf Nachhaltigkeit, ist für den Dritten Landrat und Eurasburger Gemeinderat Klaus Koch wichtig. Doch in erster Linie geht es ihm darum, im Landkreis bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Vom Traum des alleinstehenden Häuschens im Grünen müssen sich die Bürger laut Koch verabschieden. Die Zukunft liege in innerörtlicher Verdichtung, in hohen Gebäuden und in einer urbanen Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe.

Die in Geretsried geplante Siedlung mit rund 600 Wohnungen auf dem Lorenz-Areal sei ein Musterbeispiel dafür. Koch: „Das neue Wohngebiet wird einen Teil der Probleme im Nordlandkreis lösen.“ Denn junge Familien würden derzeit in billigere Regionen ausweichen. Dadurch würden die Kommunen jene Menschen verlieren, die Interesse an der Gestaltung ihrer Umgebung hätten und sich ehrenamtlich engagieren. Für ältere Menschen sieht Koch die Zukunft in Modellen wie Mehrgenerationenhäusern und anderen Gemeinschaftsanlagen.

Büschl betonte, dass sein Unternehmen die Generation 60 plus stets bei der Planung von größeren Projekten berücksichtige: „Ältere Menschen wollen in die Städte. Sie wollen kulturelle Angebote und Leben.“ Wichtiger als WLAN und schnelles Internet sei in dem Zusammenhang der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Gegen das Bauen in die Höhe zugunsten von Grünflächen gebe es leider immer wieder Bürgerentscheide.

Schlussrunde: Wie sieht der Traum vom Wohnen aus ?

Eicks Schlussfrage an die Diskussionsteilnehmer, wie für sie persönlich das perfekte Heim der Zukunft aussehe, beantworteten diese unterschiedlich. Schneider kann sich das Leben im Alter in einem Mehrgenerationenhaus vorstellen. Koch, der mit seiner Familie nach eigenen Worten noch im „Auslaufmodell“ freistehendes Häuschen im Grünen in Beuerberg wohnt, wünscht sich vor allem Gesellschaft im Ruhestand. Auch Büschl glaubt, es werde ihn später einmal vom Münchner Stadtrand zurück in die Innenstadt ziehen. Damit er mit seinen Kindern im Kontakt bleibe, müsse im Altersdomizil aber unbedingt alles digitalisiert sein. Meyer wohnt in Gräfelfing nach eigenen Angaben „bereits digital“ und ist recht zufrieden damit: „In unserem Haus können fünf Leute im Wohnzimmer gleichzeitig fernsehen – jeder ein anderes Programm.“

Tanja Lühr

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