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Der Dönermann von Wolfratshausen: Ramazan Ünsal betriebt mit seiner Familie das „Pamukkale“ am S-Bahnhof. 

Wolfratshauser Imbiss "Pamukkale" geht bei "Gault & Millau"-Bewertung leer aus

Dieser Döner braucht keine Sterne

Wolfratshausen – 17 Punkte für das „Schuhbeck“, 18 für das „Tantris“, das „Atelier“ und das „Ess.Zimmer“ – sogar 19,5 Punkte für das „Überfahrt“. Glaubt man der 2017er-Ausgabe des Restaurantführers „Gault & Millau“, halten dessen Kritiker das Gourmetlokal in Rottach-Egern für Bayerns bestes Lokal. Wolfratshausen taucht in der illustren Liste leider nicht auf. Dabei gibt es in der Loisachstadt einen Gastronomen, der zwar niemals von sich behaupten würde, den besten Dönerladen der Welt zu betreiben, der aber seit 13 Jahren eine Urkunde bei sich im Lokal hängen hat, die genau das behauptet. Ein – nicht ganz ernst gemeintes – Gespräch mit Ramazan Ünsal (52), Chef des „Pamukkale“ am S-Bahnhof.

Herr Ünsal, warum haben Sie noch nie Punkte von „Gault & Millau“ bekommen?

(lacht) Das brauche ich nicht. Mein Geschäft geht auch ohne diese Auszeichnung gut. Die Leute kommen aus München, sogar aus Österreich, die fahren 80 Kilometer weit, nur um unsere Döner zu essen. Wahnsinn, oder? Vor ein paar Wochen hat Antenne Bayern angerufen. Ich habe abgesagt. Wir brauchen keine Werbung mehr. Und wissen Sie was?

Nein...

...einmal in der Woche kommen sogar zwei oder drei Mitarbeiter von der „Überfahrt“ zu uns, um Döner zu essen. Ganz nette Leute. Ist doch toll, oder? Sterneküche hin oder her – manchmal braucht man etwas ganz Bodenständiges. Dafür braucht man aber auch Vertrauen, und das will ich meinen Kunden geben. Noch ein Beispiel: Die Firma Eagle Burgmann hat einmal in der Woche „Dönerstag“. Da liefern wir 40 Stück an die Äußere Sauerlacher Straße. Da ist was los, sage ich Ihnen. Auch der Lebensmittelkontrolleur aus dem Landratsamt isst regelmäßig bei uns. Ein besseres Signal gibt es nicht.

Was ist das Geheimnis ihres Döners?

Qualität. Beim Fleisch, beim Gemüse, bei der Soße, beim Mehl. Wir backen unsere Brote selbst, das ist wichtig. Das Allerwichtigste aber ist: viel Liebe. Wir sind ein Familienbetrieb. Da steckt einfach unser Herz drin.

Besuchen Sie auch mal ein Sterne-Restaurant, wenn Sie keine Lust mehr auf Döner haben?

Nein. Ich gehe da essen, wo es mir schmeckt, wo ich mich wohlfühle. Ins „Pinocchio“ nach Münsing, zum Griechen nach Weidach, oder ins Wolfratshauser „Italy“ an der Königsdorfer Straße. Am liebsten mit der ganzen Familie. Einer meiner Verwandten war allerdings mal in der „Überfahrt“ in Rottach-Egern.

Und? Was sagt er?

Gutes Essen. Ein bisschen teuer zwar und kleine Portionen, aber sehr gut. Jeder soll das essen, was er gerne mag. Bei uns kostet es ein bisschen weniger, dafür sind die Portionen groß, und unseren Kunden schmeckt es. Soll ich Ihnen noch was sagen?

Aber bitte...

Alle Köche, die ich kenne, kaufen in der Großmarkthalle ein. Alle. Aber jeder macht eben etwas anderes daraus.

Mal Hand aufs Herz: Wie viele „Gault & Millau“-Punkte würden Sie dem „Pamukkale“ geben?

Schwierig. Das kann man nicht so einfach sagen.

Und wenn die Punkte nur für Dönerläden vergeben würden?

(lacht) 20 Punkte. Ist doch klar.

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