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Das Aus für das interkommunale Hallenbad in Geretsried: Zwölf Stadträte heben ihre Hände dagegen. Damit ist das Projekt geplatzt. 

Die Würfel sind gefallen

So lief die Hallenbad-Sitzung

Wolfratshausen - Die Stadt Wolfratshausen beteiligt sich nicht an den Betriebskosten für das interkommunale Hallenbad in Geretsried. Die Entscheidung am Dienstagabend im Stadtrat war denkbar knapp: Zwölf Räte stimmten dafür, zwölf dagegen, das bedeutet: Abgelehnt.

Wie erwartet stimmten die SPD und die Grünen geschlossen für den Antrag. Ebenso hoben die CSU-Räte Günther Eibl, Alfred Fraas, Peter Plößl und Claudia Drexl ihre Hand für das interkommunale Projekt. Die Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) inklusive Bürgermeister Klaus Heilinglechner votierte einhellig dagegen. Ebenfalls Nein sagten Dr. Manfred Fleischer, Renate Tilke und Helmuth Holzheu.

Der Tagesordnungspunkt wird vorgezogen

Die mit Spannung erwartete Sitzung begann mit einem Geschäftsordnungsantrag. Auf Bitte der Grünen-Rätin Anette Heinloth zog das Gremium per einstimmigem Beschluss den Tagesordnungspunkt vor. Dieses wichtige Thema fast ans Ende einer üppigen Tagesordnung zu stellen, sei wenig bürgerfreundlich, sagte Heinloth mit Blick auf die volle Zuschauerempore. „Viele Bürger sind nur wegen des Hallenbads hier und wollen vielleicht nicht bis zum Ende ausharren.“

Benedikt Brustmann kam eigens aus dem Urlaub zurück

Viel war im Vorfeld darüber spekuliert worden, welcher Stadtrat wie abstimmen würde. Schon beim Betreten des Sitzungssaals wurde dann eine der vielen Fragen beantwortet, die vorab gestellt worden waren. 24 Vertreter des 25-köpfigen Gremiums waren erschienen. Wie erwartet saß Richard Kugler (parteifrei für die CSU) urlaubsbedingt nicht an seinem Platz, dafür war Sportreferent Benedikt Brustmann (BVW) anwesend, was nicht als sicher gegolten hatte.

Die Kosten jährlich hätten bei 105.000 Euro gelegen

Grundlage für die Entscheidung war ein Antrag von SPD und Grünen, den auch die CSU-Stadträte Günther Eibl und Alfred Fraas unterzeichnet hatten. Darin wird aufgelistet, in welcher Form genau sich die Kommune an dem Bad beteiligt und unter welchen Bedingungen. Unter anderem steht darin, dass es über einen Zeitraum von zehn Jahren bei den 105 000 Euro jährlich bleibt, mit denen sich die Stadt am Defizit beteiligen soll, dass rechtzeitig vor Ablauf der zehn Jahre die Fakten neu bewertet werden, dass Geretsried den Anteil der Gemeinde Icking übernimmt, dass eine Zweckvereinbarung mit den beteiligten Kommunen aufgesetzt wird, dass entstehende Mehrkosten komplett von Geretsried getragen werden und dass ein Beirat mit Beteiligten aller Gemeinden gebildet wird, der mindestens einmal im Jahr tagt.

Befürworter und Gegner tauschen noch einmal bekannte Argumente aus

Neue Argumente wurden nicht ausgetauscht. Die zahlreichen Redner nutzten dennoch die Gelegenheit, noch einmal für ihren jeweiligen Standpunkt zu werben. Die Befürworter wiesen darauf hin, dass Wolfratshausen nie wieder so günstig an ein Hallenbad kommen würde und eine Beteiligung ein enormer Imagegewinn für die Stadt wäre. Die Gegner betonten erneut, dass man durchaus gewillt sei, sich an den Kosten für den Schulschwimmsport zu beteiligen, aber nicht an dem Defizit für Vereine und Öffentlichkeit.

Viele Bürger auf der Empore - einige sind fassungslos

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Beteiligung am Hallenbad-Projekt zeigten sich nach der Sitzung erschüttert. „Ich bin fassungslos“, sagte Fried-Thorsten Jantzen. „Mit diesem Entschluss gibt es nur Verlierer.“ Er kündigte ein weiteres Bürgerbegehren an – „vorausgesetzt, Geretsried räumt uns die Zeit ein“. Seine Mitstreiterin Stephanie Hanna-Necker beklagte einen enormen Imageschaden. „Mit dem Bürgerwillen hat diese Abstimmung nichts zu tun.“

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