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Braucht Wolfratshausen ein Volksfest? Diese Frage hat der Stadtrat nicht abschließend beantwortet. Man will genau beobachten, wie sich die Traditionsveranstaltung entwickelt.

Beratungen zum Haushalt 2017

Wolfratshauser Volksfest wird vielleicht gestrichen

Wolfratshausen – Eine Wolfratshauser Tradition steht auf dem Prüfstand: das Volksfest. Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung) wollte im Rahmen der Haushaltsdebatte von seinen Stadtratskollegen wissen, ob man die Kosten dafür aus dem Haushalt streichen solle. Diese betragen rund 25 000 Euro.

„Ich habe nicht das dringende Bedürfnis, diesen Punkt zu streichen“, beeilte sich Klaus Heilinglechner in der jüngsten Stadtratssitzung zu versichern. Ihm gehe es lediglich darum, eine Meinung des Gremiums einzuholen. Die Besucherzahlen seien seit einiger Zeit rückläufig, zudem sei der Parkplatz vor der Loisachhalle während des Volksfests gesperrt. „Das merken die Einzelhändler, wenn diese Stellplätze wegfallen“, erläuterte der Rathauschef. Dieses Jahr wurde bereits das Festzelt eingespart. Flößerei-Wirt Dominik Tabak machte damit im Vorjahr ein Minusgeschäft und war nicht mehr bereit, ein Zelt zu betreiben. Auch die Stadt wollte sich dem finanziellen Risiko nicht alleine aussetzen.

Peter Plößl (CSU) sah dennoch keinen Grund, die Haushaltsmittel komplett zu streichen. „Wir sollten lieber hinterfragen, warum es weniger Besucher sind statt den ultimativen Schnitt vorzunehmen.“ Er ist überzeugt: Wenn das Angebot eines Volksfests stimmt, kommen auch genügend Menschen. Er brachte die alte Idee eines eigenen Volksfestplatzes wieder ins Spiel – würde die Stadt einen solchen anlegen, müsste man den Parkplatz nicht mehr sperren. „Davon reden wir aber überhaupt nicht mehr“, bemängelte er.

CSU-Fraktionschef Günther Eibl fand die Anregung Heilinglechners richtig, über das Volksfest nachzudenken. „Aber das Fest hat eine gewisse Tradition. Vielleicht sollten wir es genau beobachten und danach überlegen, was man ändern kann.“ Auch Grünen-Rätin Anette Heinloth warnte davor, eine „Hopplahopp“-Entscheidung zu treffen. „Wir sollten stattdessen grundlegend darüber nachdenken.“

Der Stadtrat einigte sich darauf, die 25 000 Euro nicht aus dem Haushalt zu streichen – und damit auch darauf, erneut ein Volksfest auszurichten. Stattdessen, so der Rathauschef mit einem Augenzwinkern, „besucht der Stadtrat das Fest heuer jeden Tag und schaut sich das dabei einmal ganz genau an“.

dst

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