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Neues Team, neues Glück: Radsport-Ass Claudia Lichtenberg ist Kapitän des belgischen Teams Lotto-Soudal.

Wolfratshausen

Im Zeichen von Olympia

Radsport - Claudia Lichtenberg sieht die Spiele von Rio de Janeiro als Jahreshöhepunkt.

Derzeit bestimmt noch der Spagat zwischen Studium und Leistungssport das Leben der Claudia Lichtenberg. Die Vorbereitung auf die neue Saison auf der einen, ihre Bachelorarbeit in Maschinenbau an der Technischen Universität München auf der anderen Seite. Am morgigen Samstag soll damit aber vorerst Schluss sein: Beim belgischen Klassiker „Omloop Het Nieuwsblad“ bestreitet die Radsportlerin aus Wolfratshausen nämlich ihr erstes Rennen in diesem Jahr. „Jetzt wird es wirklich Zeit, dass die Rennen losgehen“, sagt Lichtenberg selbst. Um sich in Form zu bringen, hatte sie im Laufe der vergangenen Wochen unter anderem im spanischen Calpe trainiert.

Lichtenbergs Optimismus ist nicht unbegründet: Nach einer durchwachsenen Saison 2015, bei der sie bis in den Sommer hinein mit den Folgen einer Sturzverletzung kämpfte, stellte sie frühzeitig die Weichen für das so wichtige Olympiajahr. Unter anderem soll ein Teamwechsel frischen Wind bringen: Bei der belgischen Mannschaft „Lotto-Soudal Ladies“ nimmt die 30-Jährige schließlich die Kapitänsrolle ein. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr herzlich, und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Wir haben einige sehr talentierte junge Fahrerinnen. Und außerdem werde ich bei meinen persönlichen Zielen unterstützt.“

Dabei spielt sie nicht nur auf den Anfang Juli stattfindenden Giro d’Italia an – das größte und schwierigste Etappenrennen im Frauenradsport, das die Wolfratshauserin 2009 schon einmal gewinnen konnte. Das absolute Highlight des Jahres soll für Lichtenberg nämlich das Olympische Straßenrennen Anfang August in Rio de Janeiro werden. „Ich konnte die Strecke dort in Brasilien schon im vergangenen Herbst inspizieren, und mir gefällt sie sehr. Ich glaube, dass es im Frauenradsport noch nie zuvor ein so schweres Eintagesrennen gegeben hat“, freut sich die ausgewiesene Bergspezialistin, die in der deutschen Nationalmannschaft voraussichtlich die Kapitänsrolle einnehmen wird. „Dafür muss ich mich aber erst einmal im Frühjahr für das Aufgebot qualifizieren“, betont Lichtenberg.

Gelegenheit dazu hat die 30-Jährige auf jeden Fall reichlich: Bei ihrem Renndebüt bei „Omloop Het Nieuwsblad“ spekuliert die amtierende deutsche Vizemeisterin zwar noch nicht auf eine vordere Platzierung. Dafür sei ihr „die Strecke zu flach und windanfällig“. Aber spätestens beim ersten Weltcuprennen „Trofeo Alfredo Binda“ am 20. März im norditalienischen Cittiglio soll dann das erste Resultat des Jahres eingefahren werden. Weitere Highlights im Frühjahr sind zudem die spanische „Bira-Rundfahrt“ vom 13. bis 17. April sowie das Weltcuprennen „Flèche Wallonne“ in Belgien am 20. April. Bei diesem straffen Programm ist es kein Wunder, dass es Lichtenberg auch kaum erwarten kann, ihre Uni-Bücher bald beiseite legen zu können: „Ich freue mich, dass es endlich losgeht.“ wms

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