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Viele Unterstützer hat Elisabeth Landler (li.) für ihr Vorhaben gefunden, auf der Angerwiese Tore aufzustellen. Das Problem: Dadurch würde aus der Grün- eine Sportfläche. Und das hätte Folgen für den Bebauungsplan.

ANgerwiese in Weidach 

Zwei Tore – ein Politikum

Wolfratshausen - Auf der Angerwiese in Weidach spielen Kinder schon lange Fußball. Jetzt würden Eltern gerne Tore aufbauen. Doch so einfach ist das nicht.

Bei gutem Wetter tummeln sich viele Kinder auf der Grünfläche an der Angerstraße. Auf dem Bolzplatz in Weidach werden Flanken geschlagen, Übersteiger ausprobiert und Traumtore erzielt. Nur eins stört die Nachwuchskicker: Die Tore müssen sie selbst markieren. Mal dienen Stöcke im Boden als Pfosten, mal müssen Schuhe als Begrenzung herhalten. Gelegentlich bringt einer der jungen Freizeitfußballer ein kleines Tor von zuhause mit, das anschließend wieder mitgenommen wird.

Zwei der vielen Kinder sind die Söhne von Elisabeth Landler. Als die beiden Buben einmal daheim von ihrem Freizeitkick erzählten, stellte sich Landler die Frage: „Wieso stellen wir den Kindern nicht richtige Tore auf den Bolzplatz?“ Probleme, dachte sie, könne dabei nicht geben. „Die Kinder spielen doch ohnehin schon dort“, erläutert Landler. „Und mehr Lärm verursachen die Tore auch nicht.“

"Die Kinder spielen doch ohnehin schon dort"

Das Einzugsgebiet des Bolzplatzes ist groß. Im gesamten Ortsteil gibt es außer dem Fußballplatz des 1. FC Weidach am Isarspitz keine Sportstätte. Auch von der Winibaldstraße und der Auenstraße, wo viele Familien zu Hause sind, ist der Platz an der Angerstraße gut zu erreichen. Nach Gesprächen mit anderen Müttern kam Landler die Idee, Unterschriften dafür zu sammeln, den Platz mit Fußballtoren auszustatten. Bereits nach einer Woche hatte sie über 50 Mitstreiter gesammelt. Mit dem 1. FC Weidach wurde auch schon ein potenzieller Spender für die Tore gefunden.

In einer Woche 50 Unterschriften gesammelt

Ihren Wunsch äußerte Elisabeth Landler, Mitglied der Bürgervereinigung, in der Monatsversammlung der Gruppierung. Sportreferent Benedikt Brustmann und Rathauschef Klaus Heilinglechner (beide BVW) begrüßten die Idee. „Ich hätte kein Problem damit, wenn wir den Kindern Tore hinstellen“, sagte der Bürgermeister. Nur ein bürokratsches Hindernis bereitet ihm Bauchschmerzen: „Im Bebauungsplan des Areals ist ein gewisser Anteil an Grünflächen vorgeschrieben.“ Dieser Pozentsatz wird derzeit erfüllt, auch aufgrund der besagten Wiese. „Wenn wir jetzt zwei feste Tore an dem Bolzplatz installieren, zählt der Bereich als Sportfläche“, erläuterte er. „Dann ist der Bebauungsplan nicht mehr erfüllt.“ Denn: Die weiterhin grüne Fläche wäre keine Grünfläche mehr. „Man könnte jetzt sagen, das ist Wortklauberei“, räumte der Rathauschef ein. „Aber wir müssen uns an das Baurecht halten.“ Von manchem Gast der Versammlung war das Wort „Amtsschimmel“ zu hören.

Eine definitive Absage wollte Heilinglechner den Plänen damit jedoch nicht erteilen. „Ich werde mich informieren, was möglich ist“, versprach er Elisabeth Landler und ihren 50 Unterstützern. Bis dahin müssen die jungen Weidacher ihre Treffer weiter zwischen Holzpfahlen oder anderen Markierungen erzielen. Das macht zwar auch Spaß, ist aber nicht ganz so schön wie mit richtigen Toren.

Dominik Stallein

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