Zurück zu den Wurzeln: (v. li.) Wolfgang Kreissl-Dörfler im Gespräch mit Michael Müller und Rudi Mühlhans. Foto: sh

Zurück in die Zukunft

Geretsried - Von Brüssel nach Geretsried: Interessanten Besuch hatte jetzt das Jugendzentrum Saftladen.

Mit leuchtenden Augen schlendert der SPD-Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler durch den Saftladen. Vor 28 Jahren war er das letzte Mal hier. Damals war das Jugendzentrum noch im Aufbau, und der heute 62-Jährige packte mit an: Zwischen Hilfsmissionen in Brasilien und Angola arbeitete Kreissl-Dörfler 1985 und 1986 als Sozialpädagoge in Geretsried. Am Donnerstag kehrt er auf Einladung des Trägervereins Jugendarbeit für zwei Stunden an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Am Abend hält er in einer SPD-Veranstaltung einen Vortrag zum Thema Europa.

„Ha, schön, wie damals“, ruft der Politiker auf dem Rundgang immer wieder aus. Das Pädagogenbüro, die Teeküche, der Filmraum: Kreissl-Dörfler fühlt sich „wie in die Vergangenheit gebeamt“. Vieles ähnelt dem Saftladen vor 28 Jahren. „Aber wir hatten damals keine Computer - und ältere Schreibtische.“ Auch der Geruch habe sich verändert. Neben dem Alkoholverbot herrscht seit einigen Jahren im Saftladen ein striktes Rauchverbot. „Wir haben früher gequalmt, was das Zeug hielt“, verrät Kreissl-Dörfler.

Vom Saftladen geht es in Begleitung des Vorsitzenden Michael Müller und des Geschäftsführers Rudi Mühlhans zum zweiten Großprojekt des Trägervereins: den Jugendtreff Ein-Stein. „Ich finde es gut, dass die Einrichtung mitten im Wohngebiet in Stein liegt“, lobt der ehemalige Geretsrieder, der heute in München wohnt. Die hohe Besucherfrequenz - pro Tag schauen laut Müller etwa 100 Kinder und Jugendliche vorbei - beeindrucken ihn. Neben der Alters- und Bevölkerungsstruktur interessieren den Europaabgeordneten auch Kleinigkeiten. „Die Couches sind schön“, bemerkt er. „Hier ist viel selbst gemacht, da steckt Liebe drin.“

Im Gespräch mit Müller verspricht der SPD-Politiker, sich im Herbst für zwei Projekte in der Geretsrieder Jugendarbeit einzusetzen. Die Stelle für das Freiwillige Soziale Jahr könnte künftig mit jemandem aus dem europäischen Ausland besetzt werden, sagt Müller. „Ein solcher Austausch würde Begegnungen fördern. Davon lebt Europa.“ Kreissl-Dörfler will sich nach entsprechenden Programmen umschauen. Umgekehrt will man auch Geretsrieder Jugendlichen längere Auslandsaufenthalte ermöglichen. Dafür sind Fördergelder notwendig. „Da setzen wir uns im Herbst zusammen und planen das durch“, verspricht der Abgeordnete. „So etwas haben die jungen Geretsrieder verdient.“ (dor)

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