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Schlüsselübergabe: (v.li.) Pfarrer Markus Zurl, Pater Abraham Nedumthakidy, stellvertretender Dekan für München-Pasing, Kaplan Martin Siodmok und Diakon Wolfgang Kustermann.

Amtseinführung von Markus Zurl und  Martin Siodmok

"Lasst es uns anpacken"

Gräfelfing - Im Rahmen eines Festgottesdienst sind Gräfelfings neuer Pfarrer und neuer Kaplan in ihr Amt eingeführt worden.

25 Zacken hat der Schlüssel der alten Kirche St. Stefan in Gräfelfing. Pater Abraham Nedumthakidy überreichte ihn am Sonntag dem neuen Seelsorger der Kirchengemeinden St. Stefan in Gräfelfing und St. Johannes Evangelist in Lochham. Markus Zurl war sichtlich beeindruckt. Und obwohl er wohl zu Recht bezweifelte, dass ein echter Schlüssel wirklich so viele Zacken haben könnte, nahm der 43-jährige Pfarrer die Herausforderung der symbolischen Schlüsselübergabe an: „Die Zacken braucht es, damit der Schlüssel auch sperrt.“ Für ihn sehe er darin jeweils eine Aufgabe, deren Erfüllung hoffentlich auch Türen öffnen werde. „Ich bin bereit“, so der Pfarrer; und schloss mit diesen Worten auch Kaplan Martin Siodmok mit ein, der gemeinsam mit Zurl seine Tätigkeit aufnimmt.

Die Katholiken des neu gegründeten Pfarrverbandes sind es offenbar auch. Zur Amtseinführung des neuen Seelsorgers war das Gotteshaus jedenfalls zum Bersten gefüllt. Neben Abordnungen der Vereine und der Pfarrgemeinderäte nahmen auch etliche Geistliche an dem Festgottesdienst teil; darunter die ehemaligen Seelsorger von St. Stefan, Anton Schönauer und Jesuitenpater Peter Conrads, sowie von St. Johannes Evangelist, Jürgen Rintelen.

Sichtlich mit Spannung hatte man auf die erste Predigt des „Neuen“ gewartet. Markus Zurl stellte sich dieser Aufgabe mit Bravour. Das Thema allerdings habe ihn zunächst „schockiert“, gab der Geistliche unumwunden zu. Ausgerechnet das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus sah das Tagesevangelium vor. Als Einstand in der reichen Würmtalgemeinde hätte sich der Pfarrer etwas anderes gewünscht. Doch „Gottes Wort fordert uns heraus“, nahm es der Pfarrer mit Humor. Man solle sich nicht künstlich irgendwelche Lasten auferlegen, aber eben auch „die Armen, die im Dreck liegen“, nicht vergessen. Die Menschen sollten offen sein für die Not.

In einem sehr persönlichen Plädoyer warb Markus Zurl um die Mitarbeit der Pfarrgemeindemitglieder: So verständlich die Freude auch sei, dass junge Pfarrer kommen, dürfe das nicht heißen „lass die mal machen“. „Jeder soll seinen Platz einnehmen.“ Abschließend rief er alle dazu auf: „Lasst es uns anpacken!“ Spontan brandete Beifall im Gotteshaus auf.

Auch die beiden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Peter Köstler (St. Johannes Evangelist) und Thomas Heidenreich (St. Stefan) riefen zur Zusammenarbeit auf. „So ein Wechsel ist etwas ganz Besonderes und wird uns manchmal auch treffen. Aber es kann auch etwas Großes passieren. Lasst es uns angehen“, appellierte Peter Köstler in seiner Willkommensrede.

Nach dem Gottesdienst wurde mittags auf dem Kirchenvorplatz von St. Stefan bei herrlichem Spätsommerwetter weiter gefeiert. Als Vertreter des Landkreises München (aber „vor allem als Gräfelfinger Bürger“) wünschte Landrat Christoph Göbel dem neuen Pfarrergespann „viel Glück“. Dem schloss sich Bürgermeisterin Uta Wüst an. Beide überreichten Geschenke: der Landrat einen Keferloher Bierkrug sowie Elly-Seidl-Pralinen, die Bürgermeisterin Schokolade und ein Buch.

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