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Das Doemens-Grundstück in der Stefanusstraße soll für Wohnungsbau frei werden. Dessen Größe ist strittig.

Anwohner des Doemens-Grundstücks und SPD laufen Sturm gegen Gemeindepläne

Wieder Streit um Sozialwohnungsbau

Gräfelfing – Die Geschichte droht sich zu wiederholen: Wie schon im Fall des Sozialwohnungsbaus an der Rottenbucher Straße, der aktuell entsteht, sieht die Gemeinde Gräfelfing sich auch bei dem Wohnungsbauvorhaben auf dem Doemens-Grundstück in der Stefanusstraße den Protesten von Nachbarn ausgesetzt.

 

Nachdem der Bauausschuss die Eckdaten des vorgesehenen Bebauungsplans abgesegnet hatte (wir berichteten), tat dies am Dienstag auch der Gemeinderat – allerdings unter lautstarker Kritik aus dem Publikum. Rund 20 Anwohner waren in der Sitzung erschienen, um ihren Unmut über das Projekt zu äußern. In den Tagen davor hatte die SPD mit einem Flugblatt in der Nachbarschaft auf das Vorhaben kritisch aufmerksam gemacht.

Auch in der Sitzung warf Ralf Brandtner (SPD) sich zum Vertreter der Anwohner-Interessen auf. Die SPD sei zwar für sozialen Wohnungsbau, doch müsse dieser „gartenstadtverträglich“ sein. Der vorgesehene Baurahmen von vier Vollgeschossen und 4190 m2 Geschossfläche bedeute das 2,5-fache des heutigen Bestandes. Brandtner: „Deshalb befürchten wir, dass diese Planung den sozialen Frieden gefährdet.“

Auch jenseits der Frage, ob das SPD-Flugblatt zum sozialen Frieden beitrug, war dies bestenfalls ein Teil der Wahrheit. Tatsächlich orientiert sich die Gemeinde am Baurecht von 3900 m2, das laut Bebauungsplan seit 2003 auf dem Grundstück liegt – auch wenn es von Doemens nicht ganz umgesetzt wurde. Bürgermeisterin Uta Wüst: „Dieses Baurecht besteht, und es lässt sich nicht so einfach wegnehmen.“

Gleichwohl versuchte die Bürgermeisterin die Gemüter zu beruhigen. Der Privatinvestor auf dem Doemens-Grundstück habe einem Architektenwettbewerb zugestimmt, was hochwertiges Bauen garantiere. Zudem werde es eine große Tiefgarage geben, um keinen Parkdruck in dem Wohnviertel entstehen zu lassen. Das Bebauungsplanverfahren werde transparent sein und der Nachbarschaft die Möglichkeit geben, sich einzubringen. Wüst: „Wir wollen die Chance, die sich dort dem sozialen Wohnungsbau bietet, möglichst verträglich nutzen.“

Auf Merkur-Anfrage sagte sie nach der Sitzung: „Es ist absurd, dass gerade die SPD sich gegen Sozialwohnungsbau wendet und sich konstruktiver Zusammenarbeit im Gemeinderat verweigert.“

Gegen den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans stimmten am Ende nur SPD und AIG.

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