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Auf der Couch mit der Bürgermeisterin: Bei der ersten Jungbürgerversammlung in Gräfelfing zeigte Uta Wüst (2.v.re.) sich offen für die Wünsche und Anliegen der jungen Gräfelfinger.

Erste Jungbürgerversammlung in Gräfelfing

Junge Menschen mit ernsten Anliegen

Sportplätze, WLAN, Wohnungsbau und Verkehr: Bei der ersten Jungbürgerversammlung in Gräfelfing bewiesen die jugendlichen Teilnehmer ernstes Interesse – auch über den Tag hinaus.

Bürgermeisterin Uta Wüst wollte den Jugendlichen die Hürde so niedrig wie möglich machen: Sie beraumte die erste Jungbürgerversammlung in Gräfelfing nicht im Bürgerhaus an, sondern ging dorthin, wo die Jugendlichen sich unbeschwert und heimisch fühlen – ins Jugendfreizeitheim. Knapp 20 Heranwachsende nahmen die Einladung zum Gespräch an und brachten ihre Wünsche und Erwartungen vor. Die Bürgermeisterin notierte fleißig, und die Liste auf ihrem Block wurde binnen einer guten Stunde immer länger.

Ein naheliegender Wunsch der Gräfelfinger Kinder und Jugendlichen ist ein besseres Angebot an Sportstätten. Ein Teilnehmer wies darauf hin, dass es zwar am Kurt-Huber-Gymnasium und beim TSV Gräfelfing hervorragende Sportplätze gebe, doch seien sie allesamt nicht außerhalb offizieller Trainings- und Übungsstunden frei nutzbar. „Ein gemeinsamer Fußballplatz für alle Freizeitkicker wäre eine echt schöne Sache und ein großer Wunsch“, sagte der junge Gräfelfinger. Ein Mädchen fügte an, am Anger wäre ein Volleyballplatz eine gute Idee, und ein weiterer Teilnehmer wünschte sich eine Aufwertung der ärmlichen Basketball-Fläche mit zu tief hängendem Korb im Garten des Jugendhauses.

Die Bürgermeisterin erwähnte die Idee, das kleine Fußballfeld beim TSV mit einem Kunstrasen zu versehen und für die Allgemeinheit zu öffnen. Weshalb es mit diesem nicht ganz neuen Plan in den letzten Monaten und Jahren nicht weiterging, wurde nicht deutlich. Am Anger, so Wüst, könne man ein ganzes „Sport-Paket“ andenken, doch müssten die Jugendlichen ihre Wünsche artikulieren, damit nicht am Bedarf vorbei gebaut werde. Zum Beispiel wollte Wüst wissen, ob eine Surf-Welle in der Würm Anklang fände. Einer der Teilnehmer bestätigte, Freunde von ihm würden teils um vier Uhr morgens zur Welle am Eisbach aufbrechen, um ihrem Hobby nachzugehen. Dort herrsche nicht nur hoher Andrang, sondern auch Verdrängung: Anfänger würden weggescheucht, weil die versierten Surfer im Fall eines Unfalls die Schließung der ohnehin nicht offiziellen Anlage befürchteten.

Reges Interesse zeigten die Jugendlichen an den Plänen für die neue Dreifachturnhalle samt Schwimmhalle, die am Lochhamer Schulcampus geplant ist. Diese werde dringend gebraucht. Dabei solle auch darauf geachtet werden, dass sie mit Partytechnik ausrüstbar sei und über einen leistungsstarken Lastenaufzug oder eine Laderampe verfüge.

Im Bereich des Jugendhauses wünschten sich die Teilnehmer freies WLAN. Einer schilderte bildhaft, wie die Besucher „alle da sitzen mit ihrem aufgebrauchten Datenvolumen“. Sabine Kraus, Leiterin der KJR-Jugendarbeit in Gräfelfing, unterstützte diesen Wunsch ausdrücklich. Uta Wüst sagte zu, das Thema mit dem Computer-Fachmann des Rathauses zu besprechen und zeitnah eine Lösung zu finden.

Die Jugendlichen sprachen auch den Wunsch nach einem Jugendparlament oder einem anderen Jugendgremium am Ort aus, um „nicht nur zu reden, sondern auch etwas zu bewirken“. Die Bürgermeisterin zeigte sich für eine solche Initiative offen, gab jedoch zu bedenken, dass es keine Entscheidungsbefugnis für ein solches Gremium gebe und es lediglich Anträge in den Gemeinderat einbringen könne.

Einigen brannte der Mangel an bezahlbarem Wohnraum auf den Nägeln; viele junge Leute könnten sich nach dem Studium nicht wieder in Gräfelfing niederlassen, um hier eine Familie zu gründen. Uta Wüst verwies auf die geringen Einflussmöglichkeiten der Gemeinde auf den Immobilienmarkt und das Engagement der Gemeinde beim Wohnungsbau.

Auch die täglichen Staus rund um die Kreuzung Pasinger/Lochhamer Straße kamen zur Sprache. Uta Wüst sagte, hier helfe letztlich nur eine Entlastungsstraße, um die sie sich weiter bemühe.

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