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Soll erst die Kosten erklären: Bürgermeisterin Uta Wüst weilte im Urlaub, als der Umbau ihres Büros diskutiert wurde.

Wegen zu hoher Kosten

Uta Wüst darf vorerst nicht renovieren

Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst soll eigentlich eine neue Büroausstattung bekommen. Der Ferienausschuss legte das Vorhaben nun vorerst auf Eis.

Gräfelfing – Das Büro von Bürgermeisterin Uta Wüst (IGG) wird im Sommerloch zum kleinen Politikum. In ihrer Abwesenheit verweigerte der Ferienausschuss des Gräfelfinger Gemeinderates die Zustimmung für die Auftragsvergabe zu einer Komplettrenovierung und verlangte, die Entscheidung zu verschieben. Die Bürgermeisterin solle die Kosten vorher selbst noch einmal erklären, hieß es aus dem Gremium. Daraufhin wurde der Tagesordnungspunkt abgesetzt.

Unstrittig war in der Diskussion, dass die Inneneinrichtung im Gräfelfinger Bürgermeisterbüro ihre besten Tage hinter sich hat. Mittel für eine Renovierung waren bereits in den vom Gemeinderat abgesegneten Haushalt für das Jahr 2016 eingestellt worden. Doch jetzt, wo es an die Vergabe der Aufträge geht, wollen es die Räte dann doch genau wissen.

Die Verwaltung hatte Angebote für eine Renovierung aus eigener Hand eingeholt und dem Gemeinderat eine Münchner Raumausstattungsfirma vorgeschlagen, die anbietet, im Büro von Uta Wüst und dem zugehörigen Vorzimmer sämtliche Vorhänge, Teppiche und Möbel zu erneuern und die notwendigen Maler- und Tapezierarbeiten zu übernehmen. Der ausgerufene Preis schien den Mitgliedern des Ferienausschusses, die jetzt eigentlich in öffentlicher Sitzung der Auftragsvergabe zustimmen sollten, aber offenbar nicht spontan nachvollziehbar.

Walter Frank (CSU) stellte den Preis von 5000 Euro für Malerarbeiten infrage. Jörg Scholler (FDP) wunderte sich über den Betrag von 6000 Euro, die die Firma für neue Vorhänge verlangt. Und Michael Langer (SPD) fragte ganz allgemein, ob man nicht lieber Würmtaler oder Gräfelfinger Firmen beauftragen sollte. Insgesamt soll die Renovierung der beiden Räume 54 000 Euro kosten. Über solche Beträge wird in Gräfelfing, angesichts der seit Jahren üppigen Einnahmen, oft nicht allzu lange diskutiert. Doch wenn es um das Büro der Bürgermeisterin geht, schaut man offenbar lieber noch mal genau hin.

Man wolle Uta Wüst und ihrer Mitarbeiterin ja ein schönes Büro gönnen, aber Bescheidenheit sehe anders aus, sagte Frank. „Wir sind immer noch eine normale Gemeinde und kein Bistum.“ So abwegig, dass sie die Zustimmung verweigern wollten, schien den Räten das Angebot aber dann offenbar doch nicht. Walter Frank beantragte, man möge die Entscheidung doch verschieben, sodass die Bürgermeisterin sich rechtfertigen könne. Die weilt gerade im Sommerurlaub. Daraufhin setzte ihr Stellvertreter Peter Köstler (CSU), der den Ferienausschuss leitete, den Tagesordnungspunkt wieder ab.

Stefan Reich

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