Neue Prioritäten am Jahnplatz

Gemeinde Gräfelfing will sich Edeka angeln

Gräfelfing - Die Gemeinde Gräfelfing hat ihre Prioritäten bei der Jahnplatz-Sanierung neu geordnet. Auch die bisherigen Kritiker sind nun zufriedengestellt.

Man kann es eine Rolle rückwärts nennen oder das Projekt vom Kopf auf die Beine zu stellen. Jedenfalls hat Bürgermeisterin Uta Wüst bemerkenswerte Flexibilität bewiesen – in positivem Sinn. „Ich habe das Signal verstanden“, sagte sie in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag. „Wir müssen nicht mit der Begrünung anfangen, sondern kümmern uns vorerst um einen guten Vollsortimenter, der den Tengelmann-Markt übernehmen kann.“ Nach Lage der Dinge werde dies wohl Edeka sein. Der Marktprimus habe schon in einer früheren Phase Interesse gezeigt.

„Wir sollten uns jetzt den Versorger vor Ort angeln und schauen, dass er einsteigt“, so Wüst. Dazu gehörten Gespräche zwischen Gemeinde, Handelskette und dem Eigentümer des Grundstücks. Ziel der Gemeinde sei es, die Planung mit dem Bedarfsrahmen und den Erwartungen des Investors abzugleichen. Und das, bevor man ins Gestalterische einsteige.

Diese Herangehensweise fand breite Zustimmung. Florian Ernstberger (BVGL) sagte, dagegen sei nichts einzuwenden, bezweifelte jedoch die Notwendigkeit eines neuen Beschlusses in der Sache.

Walter Frank (CSU), zuletzt hartnäckigster Gegner einer vorgezogenen Grüngestaltung, zeigte sich „zufrieden und beruhigt“, dass der „kleinste gemeinsame Nenner“, den der Gemeinderat auf einer Klausurtagung erzielt hatte, nun der Vergangenheit angehöre. Denn den bestehenden Tengelmann-Laden in der jetzigen Größe und Ausstattung werde sicher keine neue Kette übernehmen. Nun gebe es die Chance, mit dem Jahnplatz zeitnah voranzukommen – und zwar in der richtigen Reihenfolge.

Ganz so negativ wollte Uta Wüst das bisherige Konzept nun auch wieder nicht dargestellt sehen. Zum Beispiel sei die Zahl der vorgesehenen Parkplätze sehr wohl zukunftsfest. „Aber wir können das gerne noch mal aktualisieren.“ Wichtig sei, möglichst konkret zu werden und nicht „vage Zusagen“ auszutauschen.

Benno Stübner (IGG) riet der Bürgermeisterin dazu, den Grundstückseigentümer „ein bisschen zu führen“, ihm mitzuteilen, was die Gemeinde wolle. Bekanntlich ist die mangelnde Entschlussfreude des Eigentümers inzwischen das Haupthindernis für eine umfassende Neugestaltung des Jahnplatzes.

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