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„Man darf bleiben, wie man ist“: Die neuen Hospizhelferinnen des Malteser Hospizdienstes dürfen ihre jeweiligen Stärken einsetzen, um sterbenden oder schwerkranken Menschen im Würmtal zu helfen.

Sterbebegleitung im Würmtal

Beistand leisten in schweren Stunden

Gut 60 Freiwillige kümmerten sich bisher um schwerkranke und sterbende Menschen im Würmtal. Jetzt haben 15 neue Hospizhelfer der Malteser die Ausbildung abgeschlossen.

„Das Lebensende ist oft sehr unsexy“, sagt Kiki Xander. Viele Menschen beschäftigten sich nicht gerne mit dem Thema Tod. Sie hat sich aber bewusst entschieden, sich künftig um sterbende und schwerkranke Menschen zu kümmern. Die Gräfelfingerin ist eine von 15 neuen Hospizhelfern der Malteser. 

Bislang hat Kiki Xander ein glückliches und erfülltes Leben geführt. Kaum Stress, kaum Sorgen. Jetzt will sie etwas davon zurückgeben. Die 49-Jährige hat beschlossen, sich um alte und kranke Menschen zu kümmern. Hauptberuflich ist sie Goldschmiedin und in der Öffentlichkeitsarbeit tätig.

„Ich habe meine Großeltern sehr bewundert, und ich habe erlebt, dass Älterwerden nicht einfach ist“, sagt die Mutter von zwei Kindern. Sie findet es schade, dass über das Lebensende wenig gesprochen wird. Und sie will sich nützlich machen. In ihrer Freizeit will sie daher als Hospizhelferin Menschen begleiten, deren Leben sich zum Ende neigt. Seit März hat sie zusammen mit 14 anderen eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin gemacht. Am Sonntag ging der Kurs zu Ende.

Seit dem Sommer kümmert sich Kiki Xander bereits um einen schwer kranken Menschen im Würmtal. Und sie durfte feststellen: „Es hat eine ganz große Qualität, dass zwei Menschen zum ersten Mal aufeinander treffen.“

Beispielsweise hörten die Hospizhelfer die Geschichten der Menschen, die sie betreuen, zum ersten Mal. Anders als manche Angehörige. „Für mich sind die Geschichten wirklich von Interesse“, sagt sie. Über die Art und Weise, wie Hospizhelfer arbeiten, erklärt sie: „Das ist Neutralität in ihrer besten Form.“ Für Xander war der Kurs eine Bereicherung. „Obwohl es zu 100 Prozent ums Sterben geht, habe ich wahnsinnig viel über das Leben gelernt.“ Das Leben werde lebenswerter, wenn man sich mit dem Tod beschäftige, meint die Gräfelfingerin. „Die Arbeit tut mir gut, und ich glaube auch denjenigen, die ich begleite“, sagt sie. „Das ist nicht die Gänseblümchenwiese über die man luftig mit Flipflops läuft“, sagt sie deutlich. Aber man fühle sich als Hospizhelfer nie alleine. Dafür gebe es Unterstützung durch die Leitung des Hospizdienstes.

Vor dem Kurs habe Xander Zweifel gehabt, erinnert sie sich: Wöchentlich treffe man auf Menschen, die man noch nie gesehen habe und „es ist keine Stammtischrunde“, sagt sie, sondern das Thema sei ernst. „Fremde Menschen so tief in mich reinschauen zu lassen“, habe sie schwierig gefunden. Doch diese Zweifel seien nach zwei Wochen Kurs weg gewesen. Sie schwärmt von ihren Ausbilderinnen, der Gruppe und dem Praktikum. „Ich fühle mich gefestigter als vorher“, sagt sie. Jeder sei darin bestärkt worden, das einzusetzen, was er gut könne. „Man darf bleiben, wie man ist“, sagt sie.

Die 15 neuen Hospizhelferinnen dürfen nun seit Sonntag ihre jeweiligen Stärken einsetzen, um sterbenden oder schwerkranken Menschen im Würmtal zu helfen. Um ihre Aufnahme in den Kurs, der nun zu Ende gegangen ist, mussten sie kämpfen. „Man bewirbt sich um ein Ehrenamt, das fand ich schon interessant“, sagt Xander. Die 15 Auserwählten stoßen jetzt zu den 63 ehrenamtlichen Hospizhelfern, die bereits im Auftrag der Gräfelfinger Malteser im Würmtal wirken.

Viktoria Strachwitz

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