Komplexes Tauschgeschäft befriedigt alle Interessen

Neuer Doemens-Standort in Gräfelfing

Doemens bleibt Gräfelfing erhalten. Auf Grundlage einer komplexen Abmachung soll die Brauereifachschule an der Pasinger-/ Ecke Lohenstraße neu bauen.

Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, und es kostete alle Beteiligten und ihre Anwälte viele Verhandlungstermine. Jetzt sind offenbar alle zufrieden.

Die Gemeinde hatte sich für die große Wiese am Rand des Gewerbegebietes das Vorkaufsrecht gesichert und war so dem Kauf-Interessenten, dem Neurieder Bauträger Stauch, in die Parade gefahren. Jetzt gilt folgende Vereinbarung: Die Gemeinde tritt ihr Vorkaufsrecht an Doemens ab. Doemens baut eine komplett neue Niederlassung an der Pasinger Straße, tritt seinerseits dort jedoch einen östlichen Grundstücksbereich an Stauch ab, der dort ein Hotel und Büros errichtet.

Im Gegenzug verkauft Doemens das bisherige Grundstück an der Stefanusstraße 8 an Stauch und die Gemeinde. Diese tritt einen Teil ihres auch dort geltenden Vorkaufsrechts unter der Auflage ab, dass rund 50 Prozent der geplanten neuen Wohnungen als geförderte Wohnungen errichtet werden.

Bürgermeisterin Uta Wüst sagte auf Anfrage: „Damit haben wir alle Interessen unter einen Hut gebracht: Doemens bleibt in Gräfelfing und erweitert sich, es gibt sozialen Wohnungsbau, der ursprüngliche Käufer kommt zum Zug, und der Verkäufer bekommt sein Geld.“

Doemens-Geschäftsführer und -Schulleiter Wolfgang Stempfl zeigte sich hocherfreut über diese Lösung, die er gleich morgen auf der Mitgliederversammlung verkünden will. Stempfl: „Im Idealfall wollen wir schon im Sommer 2018 umziehen.“ Die Schule werde „komplett neu aufgestellt“, nicht nur baulich, sondern auch strukturell. Es werde ein eigenes Technik-Gebäude für die Pilot-, Versuchs- und Lehranlagen geben. Verstärkt werde Doemens sich dem Thema Gastronomie, etwa der Ausbildung zum Biersommelier, widmen. Die Brauanlage soll auch öffentlich besser sichtbar sein.

Die Pläne für ein Hotel oder Boardinghaus in unmittelbarer Nachbarschaft begrüßt Doemens ausdrücklich. Hier könnten die Doemens-Studenten teilweise unterkommen. Auch eine Zusammenarbeit auf gastronomischer Ebene ist denkbar. Jedenfalls werde dieser Bereich des Gewerbegebietes aufgewertet. Wolfgang Stempfl: „Wir freuen uns alle wirklich sehr über diese Lösung. Und unsere Architekten sind schon fleißig an der Arbeit.“

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