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Polizeiobermeister Michael Dräger aus Gräfelfing (Mitte) und sein Kollege Daniel James Peake retteten einen Mann aus den Flammen. Dafür erhielten sie nun von Ministerpräsident Horst Seehofer (re.) die Bayerische Rettungsmedaille.

Helden in Uniform

Mann aus brennender Wohnung gerettet

Gräfelfing - Der Gräfelfinger Polizist Michael Dräger und sein Kollege haben unter Einsatz ihres Lebens einen Mann gerettet. Jetzt erhielten sie dafür die Rettungsmedaille.

„Dienst nach Vorschrift“ wäre auch in Ordnung gewesen. Doch diese beiden Polizisten wuchsen über sich hinaus, als sie die Gelegenheit dazu bekamen. Sie retteten einen 41-jährigen Mann aus seiner Wohnung, als diese in Flammen stand. Sie rissen ihn aus seiner Schockstarre und schafften ihn vom vierten Stock ins Freie, fingen an, das Feuer zu löschen, alarmierten die Feuerwehr und mussten anschließend mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Für dieses beherzte Eingreifen zeichnete Ministerpräsident Horst Seehofer Polizeiobermeister Michael Dräger (27) aus Gräfelfing und seinen Kollegen Daniel James Peake (33) aus Augsburg gestern mit der Bayerischen Rettungsmedaille aus.

„Man muss manchmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“, sagt Dräger. Gegen 2.40 Uhr am 1. März 2014 war ihre Zeit, ein Appartementhaus an der Landsberger Straße in München war ihr Ort. Zehn Minuten habe ihr Einsatz dort gedauert, und in diesen zehn Minuten retteten sie mindestens einer Person das Leben – unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Der Hausmeister des Gebäudes hatte die Polizei verständigt, weil er meinte, es rieche etwas verbrannt. Dass schließlich eine Wohnung brennen würde, sei nicht absehbar gewesen. „Wir haben strikte Anweisung, bei Feuer nicht reinzugehen“, erklärt Peake. Doch schließlich standen die beiden vor einer Wohnung, unter deren Tür Qualm herauskam, und der Hausmeister erklärte, dort sei noch jemand drin. Da überlegten sie nicht lange. Dräger griff zum Feuerlöscher, Peake trat die Wohnungstür ein. Und dort stand der 41-jährige Bewohner – in den lodernden Flammen. „Wir haben ihn angeschrien, aber er hat uns nicht wahrgenommen. Da haben wir ihn gepackt und herausgetragen“, erzählt Dräger. Im Flur sei bereits dichter Rauch gestanden. Durch das Geschrei der Polizisten seien drei bis vier Familien auf den Flur gekommen, die sich dann auch hätten retten können. Dann waren die zehn Minuten vorbei.

„Danach wurde uns übel und schwindelig“, sagt Dräger. Beide hatten eine Rauchgasvergiftung und verbrachten die restliche Nacht im Krankenhaus. Von dem Geretteten haben sie nie mehr gehört. Sie wissen nur, dass sein Essen angebrannt war. Und dass sein Nachbar auf der Flucht im Rauch gestorben sei. Die beiden Polizisten finden ihren Einsatz selbstverständlich. Aber ihre Vorgesetzten wissen ihr Engagement zu würdigen. Der Polizeipräsident habe sich mit einer Urkunde bedankt, erzählen sie. Der Ministerpräsident setzte gestern noch eins drauf, mit einer der höchsten Auszeichnungen, die der Freistaat zu vergeben hat.

Victoria Strachwitz

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