+
Der östliche Bereich des Jahnplatzes steht im Fokus der CSU.

CSU-Antrag im Bauausschuss

Gegen den "Totschlag für die Geschäfte"

Für den Jahnplatz in Gräfelfing ist es fünf vor zwölf, meint die CSU. Daher will die Partei nun die Ostflanke entlang der Bahn bebauen.

Gräfelfing – Bei der seit Jahrzehnten verfolgten und nie realisierten Jahnplatz-Gestaltung zeichnet sich eine neue Vorgehensweise ab. Parallel zu der von Bürgermeisterin Uta Wüst propagierten, vorgezogenen Freiflächengestaltung soll auf Antrag der CSU die Bebaubarkeit der Ostflanke des Platzes überprüft werden.

Die kontroverse, lebhafte Debatte im Bauausschuss zeigte auf: Der von Uta Wüst aktuell verfolgte, kleinste gemeinsame Nenner – die vorgezogene Freiflächengestaltung ohne Hochbau-Projekte – reicht vielen im Gemeinderat nicht aus. Und wird der Sache kaum gerecht. Wüst sperrte sich indes nicht, den Blickwinkel zu vergrößern.

Für die Antragsteller sagte Walter Frank, man wolle die Straßen- und Freiflächengestaltung „nicht verhindern, aber verschieben“. Denn sie allein werde keine Kunden anziehen. Frank: „Für den Jahnplatz ist es fünf vor zwölf. Wenn wir nichts für die Attraktivität tun, ist das ein Totschlag für die verbliebenen Geschäfte.“ Er schlug ein Wohn- und Geschäftshaus auf den von der Gemeinde eigens dafür erworbenen Grundstücken entlang der Bahn vor, um ergänzende Läden wie Reisebüro, Schreibwaren, Käseladen oder eine Reinigung unterzubringen.

Bürgermeisterin Uta Wüst fand, dies bedeute, „den dritten Schritt vor dem ersten“ zu tun: Am wichtigsten sei ein Neubau neben dem Tengelmann, um einen großen Discounter unterzubringen, sodann die Freiflächengestaltung und erst im Anschluss ergänzende Läden. Dabei wurde freilich auch deutlich, dass sie persönlich derzeit mit der Platzgestaltung dabei ist, den zweiten vor dem ersten Schritt zu tun. Immerhin, so Wüst, habe sie mittlerweile den Dialog mit dem Eigentümer von Tengelmann und Baugrube wieder aufnehmen können – bislang ohne Ergebnis. Ihrer Ansicht nach spreche indes nichts dagegen, an allen drei Fronten parallel vorzugehen.

Wolfgang Balk (IGG) lehnte den CSU-Antrag vehement ab. „Wir sind mit den Geschäften in Lochham super zufrieden. Ich sehe schlicht den Bedarf nicht.“ Der Gemeinderat habe auf einer Klausurtagung „den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht und gefunden“. Daran solle man sich halten. Frank konterte: „Der Bedarf an Wasserspielen soll da sein, aber nicht an Geschäften?“

Zu einem für die Gemeindepolitik vernichtenden Diskurs holte der Fachberater Reinhard Moosmang aus. Der Architekt sagte: „Von den anspruchsvollen Architektenwettbewerben wird nichts realisiert. Allein Grünkosmetik behebt nicht die strukturellen Defizite des Jahnplatzes.“ Es fehle unter anderem an einer städtebaulichen Fassung. Moosmang: „Das ist heute kein Platz, sondern eine Unterführungseinmündung.“ Er rief dringend dazu auf, „die guten Ansätze aus dem Wettbewerb weiter zu verfolgen“.

Uta Wüst, die sich nicht zu Unrecht angesprochen fühlte, warf daraufhin dem Berater vor, persönliche Interessen zu verfolgen und sprach sich dagegen aus, „eine Volte rückwärts zu machen“. Bezüglich der ewigen Baugrube sagte Wüst: „Ich habe bis hin zur Enteignung alles durchgeprüft, was wir machen können.“

Florian Ernstberger (BVGL) konstatierte trocken: „Wir sind einfach nicht weiter als vor zwei oder vier Jahren.“ Er sehe keinen Grund, die von der CSU beantragte Überprüfung abzulehnen. Dem folgte schließlich eine große Mehrheit. Lediglich Wolfgang Balk und Franz Lang (SPD) stimmten dagegen.

Martin Schullerus

Auch interessant

<center>Oberbaierischer Fest-Täg- und Alte-Bräuch-Kalender 2017</center>

Oberbaierischer Fest-Täg- und Alte-Bräuch-Kalender 2017

Oberbaierischer Fest-Täg- und Alte-Bräuch-Kalender 2017
<center>Kräuterwastls Weg</center>

Kräuterwastls Weg

Kräuterwastls Weg
<center>Tierlieder-CD von Sternschnuppe</center>

Tierlieder-CD von Sternschnuppe

Tierlieder-CD von Sternschnuppe
<center>Oh Tannenbaum-CD von Sternschnuppe</center>

Oh Tannenbaum-CD von Sternschnuppe

Oh Tannenbaum-CD von Sternschnuppe

Meistgelesene Artikel

Dringender Handlungsbedarf

Gräfelfing - Das Vereinsheim des TSV Gräfelfing samt Turnhalle ist sanierungsbedürftig. Das wird nicht billig, ein Neubau jedoch mehr als doppelt so teuer. Der …
Dringender Handlungsbedarf

Gräfelfing darf nach Erdwärme suchen

Gräfelfing/Planegg - Die Gemeinde Gräfelfing hat die Geothermie-Rechte für weite Teile des Würmtals erhalten. Mitbewerber Planegg war bei der Neuvergabe außen vor …
Gräfelfing darf nach Erdwärme suchen

Gemeinderat beschließt Bau von neuer Turn- und Schwimmhalle

Gräfelfing – Der Gräfelfinger Gemeinderat befürwortet das 15,5-Millionen-Projekt bei fünf Gegenstimmen. Weitere Kosten sind nicht auszuschließen.
Gemeinderat beschließt Bau von neuer Turn- und Schwimmhalle

Flüchtlinge feiern gemeinsam in St. Stefan

Gräfelfing – Rund 150 Flüchtlinge und Helfer haben im Pfarrheim St. Stefan gefeiert. Theater, Tanz und Musik bildeten das Rahmenprogramm.
Flüchtlinge feiern gemeinsam in St. Stefan

Kommentare