Rottenbucher Strasse 

Sozialwohnungen teurer als gedacht

Gräfelfing  - Die Gemeindebau Gräfelfing GmbH, Bauherr der neuen Sozialwohnungen an der Rottenbucher Straße, ist startklar. Details des Großprojektes, das im Herbst startet, sind festgezurrt – und brachten einige Überraschungen mit sich.

Die unliebsame Überraschung vorweg: Die beiden Gebäude mit einer Gesamtwohnfläche von 1416 m2, die auf der Wiese an der Rottenbucher Straße entstehen sollen, werden noch etwas teurer als zuletzt geschätzt. Statt der 6,03 Millionen Euro rechnet Gemeindebau-Chef Till Reichert inzwischen mit 6,7 Millionen Euro. Allerdings sollen nach jüngster Planung nicht 24, sondern 25 Wohnungen entstehen.

Blick von der Rottenbuc her Straße auf die Häuser mit Sozialwohnungen: Statt 24 Wohneinheiten entstehen nun 25, zugleich steigen die Kosten auf 6,7 Mio. Euro.

Mit dem Münchner Büro Peck.Daam hatte der Gemeinderat sich für den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs entschlossen – auch wenn damals schon klar war, dass es sich um die teuerste der in Frage kommenden Lösungen handelte. Dass es nun noch etwas teurer wird, sieht Till Reichert unaufgeregt. „Das ist eben der Preis für ein schönes, durchdachtes Gebäude und kommunalen sozialen Wohnraum“, so Reichert. Allerdings habe er in der Gesellschafterversammlung auch deutlich gemacht, dass man hier ans Limit der Wirtschaftlichkeit gegangen sei. „Es ist wirtschaftlich, aber nur knapp“, so Reichert. Einerseits wolle die Gemeindebau, die zu 90 Prozent der Kommune gehört, günstigen Wohnraum schaffen. Andererseits soll sie kein dauerhaftes Zuschussgeschäft sein.

Die Finanzierung steht jedenfalls. Gut eine Million Euro kommen als Zuschuss des Landkreises München, 1,3 Millionen bringt die Gemeindebau als Eigenleistung auf, der Rest von rund 4 Millionen Euro wird über einen günstigen Kredit der Kreissparkasse finanziert. Unter Umständen könnte auch die Gemeinde, wie in der Vergangenheit, ein Darlehen geben. Doch Till Reichert scheint die erste Variante zu befürworten. Reichert: „Wir könnten es auch selber stemmen. Dann wäre es unser erster Neubau ohne Gemeindefinanzierung.“

Die Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern und 55 bis 75 m2 sind bewusst klein gehalten, weil sie vor allem auf Senioren mit geringen Einkommen abzielen. Der Mietzins ist bei 10 Euro/m2 gedeckelt, bei einer Sozialbindung und Belegung durch das Landratsamt von 15 Jahren. Die Gemeindebau geht indes fest davon aus, dass vor allem Gräfelfinger zum Zuge kommen. Beide Häuser und alle Wohnungen sind barrierefrei konzipiert, zwei von ihnen auch rollstuhlgerecht. Die Häuser verfügen über eine gemeinsame Tiefgarage mit Zufahrt aus der Wessobrunner Straße; aus der Garage führen Aufzüge in die drei Vollgeschosse mit Wohnungen. Eine Besonderheit wird der zweite Fluchtweg für Rollstuhlfahrer sein: Er wird in Form einer sich automatisch aufblasenden Rutsche im Treppenhaus eingebaut, wie man sie von Flugzeugen kennt.

Bezüglich der Warmwasserversorgung kann die Gemeindebau nicht auf die einst angedachte Fernwärme warten. Deshalb wird eine Grundwasser-Wärmepumpe für Öko-Wärme sorgen, ergänzt durch einen Gaskessel zur Abdeckung der Spitzenlast. Der Baubeginn ist für Oktober geplant, die Bauzeit dürfte 18 Monate betragen.

Rubriklistenbild: © Skizze: Peck.Daamgmbh

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