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Seit 2014 in der Wolfart-Klinik: Danijela Radulovic wird im Rahmen eines Pilotprojekts zur Allround-Pflegekraft ausgebildet.

Wolfart-Klinik nimmt an Pilotprojekt teil

Mit Allroundern gegen Pflegekräftemangel

Seit 2014 bildet die Wolfart-Klinik in Gräfelfing fünf junge Menschen zu Allround-Pflegekräften aus. Im September kommen zwei weitere hinzu.

Der eine Neuzugang ist 38 Jahre alt und verfügt bereits über eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitsbereich, der andere zählt 23 Jahre. Ihren ersten Arbeitstag absolvieren die beiden Männer am 4. Oktober, nach einer einführenden Einheit Blockunterricht an der Schule für Pflegekräfte. Ihre Ausbildung zur Allround-Pflegekraft zählt noch zum Pilotprojekt, der erste reguläre Ausbildungsjahrgang ist für 2018 geplant.

Die Wolfart-Klinik beschäftigt über 250 Mitarbeiter und versorgt jährlich mehr als 7000 Patienten stationär. Nach eigener Aussage hat sie derzeit keine unbesetzten Stellen. Sie sieht den neuen Ausbildungsgang als eine Möglichkeit, dem Pflegeberuf eine höhere Attraktivität zu verleihen. Die Allrounder kümmern sich um neugeborene Babys, aber auch um frisch Operierte, die medizinische Betreuung benötigen, oder um hilfsbedürftige Senioren. Die Ausbildung umfasst 2500 praktische Stunden, von denen 700 im beruflichen Schwerpunkt, also Gesundheits- und Kranken- oder Altenpflege, und weitere 700 Stunden im Krankenhaus geleistet werden. Danach soll eine Spezialisierung erfolgen. „Natürlich stehen die an den Pilotprojekten teilnehmenden Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser auch Herausforderungen gegenüber“, sagt Pflegedienstleiterin Simone Scheitler. Nach der Ausbildung müssten die Allrounder in ihrem Einsatz wieder spezialisiert werden. „Wir sehen aber auch die große Chance darin. Unsere Auszubildenden finden es toll, viele verschiedene Erfahrungen zu sammeln und einen breiteren Einblick in den vielseitigen Berufszweig der Pflege zu gewinnen.“

Das Bundesministerium für Gesundheit verweist darauf, dass die Bevölkerung in Deutschland einem raschen Alterungsprozess unterliege. Der demografische Wandel betreffe die Pflege doppelt: Die Nachfrage nach professioneller Pflege steige, gleichzeitig sinke das Arbeitskräftepotenzial. „Bereits heute fehlen in den Pflegeberufen Fachkräfte“, heißt es auf der Website des Ministeriums. Im Jahr 2025 dürfte im Idealfall Bedarf an 110 000 Pflegekräften bestehen, im schlechtesten Fall ist mit 200 000 offenen Stellen zu rechnen. Die Modernisierung der Ausbildung und Zusammenführung in einen neuen Pflegeberuf wird als eine Möglichkeit genannt, dem entgegenzuwirken.

Auch in Gräfelfing spürt man die Herausforderungen. „Der Beruf hat an Attraktivität verloren. Verschiedene Studien erklären die Notwendigkeit, im Schichtdienst zu arbeiten, als wenig reizvoll, Spät-, Nacht- und Wochenenddienste stehen dem Freizeitverhalten oft im Weg“, sagt Scheitler. „Monetäre Ansätze helfen sicherlich nur bedingt. Wir wollen mit verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten und angepassten Arbeitszeitmodellen auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bezug nehmen“, sagt Scheitler. Da die Wolfart-Klinik an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr ihre Patienten versorge, seien aber Grenzen gesetzt, was die individuelle Ausgestaltung der Arbeitszeiten angehe. Scheitler: „Wir haben Mitarbeiterinnen, die aus familiären Gründen nur Nachtwachen halten. Da muss man einfach drüber reden."

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