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Medizintechnik auf dem neuesten Stand stellte dieser Operationssaal in der Wolfart-Klinik seinerzeit dar. Seitdem hat sich viel getan. Davon, wie es in den Räumen heute aussieht, können sich Besucher am Samstag beim Tag der offenen Tür selbst ein Bild machen.

Tag der offenen Tür

Ein Blick hinter die Klinik-Türen

Vor 60 Jahren eröffnete der Arzt Fritz Wolfart in Gräfelfing seine chirurgische Klinik. Zum Jubiläum erlaubt das Haus einen Einblick in sein Inneres.

Gräfelfing  - Ein Krankenhaus, in dem man sich nicht krank fühlt. Geht denn das überhaupt? Wer die Gräfelfinger Wolfartklinik kennt, weiß, dass sich das zumindest nicht ausschließt. Als der Chirurg Dr. Fritz Wolfart im Mai 1956 die nach ihm benannte Klinik eröffnete, wollte er ein Krankenhaus, „in dem er die Patienten medizinisch auf dem aktuellen Stand und nach seiner Vorstellung behandeln konnte, wie er es als am besten für den Patienten einschätzte“. So formuliert der Sohn des Chirurgen, Florian Wolfart, die Maxime seines Vaters. Am Samstag feiert das traditionsreiche Haus in Gräfelfing seinen 60. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür.

Fritz Wolfart baut das Fremdenheim um

Als der angesehene Chirurg Dr. Fritz Wolfart nach zweijähriger Bau- und Umbauphase des ehemaligen Schlösschens und damaligen Fremdenheims Weikersheim die „Klinik Dr. Wolfart“ eröffnen konnte, zählte diese 56 Betten und 18 Mitarbeiter. Die Höhe des Pflegesatzes betrug im Mehrbettzimmer 8 D-Mark pro Tag, zuzüglich 30 Pfennig Heizkostenzuschlag im Winter. „Es war die Nachkriegszeit, wo die Krankenbetten wegen Überfüllung teilweise auf dem Flur standen“, erzählt Florian Wolfart. Die Philosophie der Klinik sei aber schon damals gewesen, moderne Medizin in besonderem Rahmen zu machen.

Von Beginn an war das private Krankenhaus als operative Belegarztklinik mit den hauptsächlichen Fachrichtungen Chirurgie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe konzipiert. Inzwischen hat sich die Bettenzahl verdoppelt und das Personal sich mehr als verzehnfacht. Über 250 Mitarbeiter zählt die Wolfart-Klinik heute.

Der Sohn des Gründers wollte eigentlich Bauingenieur werden

Dass die Geschichte der Privatklinik in der Waldstraße 7 immer noch eine Erfolgsgeschichte ist, daran hat maßgeblich der Sohn des Gründers, Florian Wolfart, seinen Anteil. Noch unter der Regie seines Vaters hatte die

Das Führungsduo: Geschäftsführer Tilmann Götzner (li.) und Florian Wolfart, Sohn des Gründers Fritz Wolfart.

Klinik 1963 einen Erweiterungsbau bekommen. Der medizinische Fortschritt, die steigende Patientenzahl und das Komfortbedürfnis der Patienten ließ Mitte der 1970er Jahre den Wunsch nach einer Neugestaltung des Krankenhauses aufkommen. Hier war Florian Wolfart federführend. Er hatte 1974 die Klinik übernommen, nachdem sein Vater bereits zehn Jahre nach Gründung des Krankenhauses tödlich verunglückt war. Selbstverständlich war das nicht.

„Ich wollte nicht Arzt werden,“ sagt der Klinikchef. Er studierte Bauingenieurwesen und Wirtschaft, wollte eigentlich nach Südamerika. 1974 erhielt er ein Angebot von der Universität in Sao Paulo. Doch er wurde in der Gräfelfinger Klinik gebraucht, die zwischenzeitlich vom damaligen Chefarzt geführt wurde.

Noch zwei Jahre lehrte er nebenbei an der Universität in München, bevor er sich ganz dem Lebenswerk des Vaters widmete und die Sanierung und Umgestaltung der Klinik in Angriff nahm. Mit Professor Peter Buddeberg habe er sich „für einen Architekten entschieden, der vorher noch kein Krankenhaus gebaut hat,“ erzählt Florian Wolfart. „Hochmoderne Medizin braucht einen entsprechenden Rahmen. Aber der muss nicht kalt und technisch sein“, ist der Klinikleiter überzeugt.

Großer Umbau in den 80ern

Zunächst wurde 1985 ein neuer Anbau bezogen und von 1993 bis 1996 wurde dann anstelle des alten Hauptgebäudes ein Neubau errichtet. Dabei herausgekommen ist ein lichter Bau mit verwinkelten Gängen, Blick ins Grüne und nicht zuletzt eine Eingangshalle, die mit ihrem kleinen Fluss als gestalterisches Element eher an eine Hotellobby erinnert als an ein Krankenhaus. „Wir wollen nicht alles machen, aber was wir machen, auf höchstem Niveau“, lautet die Philosophie des Klinikchefs, die Geschäftsführer Tilmann Götzner in vollem Umfang mitträgt. Selbstverständlich sei daher die stetige Modernisierung und Verbesserung der internen Infrastruktur. Nicht umsonst wurde das Haus mehrfach ausgezeichnet, erhielt Spitzenbewertungen von Patienten sowie für die Qualität der medizinischen Versorgung, der Verpflegung und Hygiene. Besonders stolz ist man auf die Auszeichnung als Bester Arbeitgeber im Gesundheitswesen im Jahr 2014.

Tag der offenen Tür am Samstag

Das 60-jährige Jubiläum will die Klinikleitung nun gebührend feiern und gewährt am Samstag, 16. Juli, einen Blick hinter die Kulissen. Ab 10 Uhr gibt es Führungen durch das Gebäude und Vorträge zu zahlreichen Themen. Kinder werden derweil im Garten-Pavillon betreut. Auch für Snacks und Getränke ist gesorgt. Am späten Nachmittag werden dann zahlreiche Preise, darunter ein E-Bike verlost.

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