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Die ersten Kunden: Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst lädt das gemeindeeigene Elektrofahrzeug, Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer zeigt die Chipkarte, mit der der Ladevorgang gestartet und abgerechnet wird.

Erste öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge in Gräfelfing

Mit Ökostrom aus Wasserkraft den Akku laden

Ein weißes Auto auf blauem Grund, umgeben von einem  Kabel mit Stecker, darunter  „Load Location“ – Gräfelfings erste öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge würde kaum auffallen, wäre da nicht dieses Schild.

 Bürgermeisterin Uta Wüst hat die Station an der Ecke Bahnhof-/Steinkirchner Straße jetzt offiziell in Betrieb genommen. Kabel aus dem Kofferraum, Auto-Logo an der Motorhaube aufgeklappt, Kabel angeschlossen, mit Ladestation verbunden, Chipkarte gezückt: Erster Kunde war der Renault Zoe, der seit Jahresanfang der Gemeinde als Dienstwagen zur Verfügung steht. Bisher wurde das auf vier Jahre geleaste Auto mit 88 PS und bis zu 200 Kilometer Reichweite in der Tiefgarage des Rathauses an einer ganz normalen Steckdose aufgeladen, was schon einmal eine ganze Nacht dauern konnte. Nun geht das Ganze etwas schneller: Bei leerem Akku vergeht an der Säule in der Bahnhofstraße eine Stunde, bis der Zoe zu 80 Prozent geladen ist. Die Leistung der Station liegt bei 22 Kilowatt, geladen wird mit Wechselstrom. Die Gemeinde bezieht Ökostrom aus Wasserkraft von den Gemeindewerken Oberhaching.

Die Gemeinde arbeitet mit dem Berliner Unternehmen The New Motion zusammen, einem Anbieter von Ladestationen mit einem großen europäischen Netzwerk. Über eine Chipkarte, die auch an Stationen weiterer Anbieter genutzt werden kann, wird der Ladevorgang gestartet und abgerechnet. Den Stromtarif hat die Gemeinde Gräfelfing als örtlicher Betreiber mit 25 Cent je Kilowattstunde zuzüglich einer Verwaltungsgebühr pro Ladung von 35 Cent für das Abrechnungssystem festgelegt. The New Motion übernimmt die Abrechnung mit den Nutzern der Säule und überweist einmal im Monat die Einnahmen für den geladenen Strom an die Gemeinde. Klimaschutzmanagerin Sabrina Schröpfer wird im Gemeinderat Bericht erstatten. „Bei gutem Erfolg kann man das ausbauen“, sagt sie. Denkbar sind weitere Ladestationen über das Gemeindegebiet verteilt. „Ich hoffe, dass das neue Angebot intensiv genutzt wird und einen Beitrag dazu leistet, mehr Autofahrer von der E-Mobilität zu überzeugen“, erklärt Bürgermeisterin Wüst. Sobald im November ihr neuer Dienstwagen, ein Hybridfahrzeug, geliefert worden ist, kann auch Wüst in der Bahnhofstraße den Akku aufladen.

5000 Euro hat es die Gemeinde gekostet, die Ladestation zu errichten. Zunächst wurden ein Stromanschluss gelegt sowie ein Verteilerkasten direkt neben der Station errichtet. Hinzu kamen die Beschilderung, das Fundament und die Säule selbst. Der Gemeinderat habe sich dazu entschieden, einen der begehrten Parkplätze in der Bahnhofstraße zur Ladestation zu machen, um, so Wüst, „an dieser exponierten Stelle für Elektromobilität zu werben“. Der rechte der insgesamt vier Parkplätze an der Ecke Bahnhof-/Steinkirchner Straße ist ab sofort reserviert für Elektrofahrzeuge im Ladevorgang. Diese dürfen wie alle anderen Autos in diesem Bereich zwei Stunden stehen bleiben. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeuge, die nicht an die Ladestation angeschlossen sind, haben auf dem Parkplatz nichts zu suchen. Sollten die Mitarbeiter der Kommunalen Verkehrsüberwachung auf ihrer Tour zufällig dergleichen entdecken, ist ein Strafzettel fällig.

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