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Helferkreis Asyl feiert 20-jähriges Bestehen

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Der Helferkreis Asyl Planegg-Krailling ist 20 Jahre nach seiner Gründung auf vier aktive Mitglieder geschrumpft (v.li.): Friederike Rother, Gerda Fritsch, Herbert Veit und Gisela Wirth. Foto: dagmar rutt
Der Helferkreis Asyl Planegg-Krailling ist 20 Jahre nach seiner Gründung auf vier aktive Mitglieder geschrumpft (v.li.): Friederike Rother, Gerda Fritsch, Herbert Veit und Gisela Wirth. Foto: dagmar rutt

Würmtal - Aus der Not heraus entstanden, leistet der Helferkreis Asyl Planegg-Krailling noch immer Hilfe für ehemalige Flüchtlinge. Heuer feiert er sein 20. Jubiläum.

Wie Hilfe im konkreten Fall aussehen kann, machte Herbert Veit selbst vor: Anfang der 90er Jahre nahm der 82-Jährige Kosovo-Flüchtlinge in seinem Haus in Krailling auf. „Zu dritt sind sie gekommen, zum Schluss waren es sieben“, erzählt Herbert Veit. Da begnügte er selbst sich eben mit weniger Platz. „Ich brauchte ja nicht das ganze Haus, die beiden Brüder und deren Familie waren nett und dankbar.“ Kriegsflüchtlinge zu unterstützen, ist für den Bürgermedaillenträger gelebte Religion. „Ich bin ein christlicher Mensch“, sagt er. „Beten und Handeln gehören zusammen.“

Mit Gleichgesinnten hatte er 1992 aufgrund des verheerenden Balkankonflikts den Helferkreis Asyl ins Leben gerufen. Unter den Gründungsmitgliedern waren auch Planeggs jetzige Bürgermeisterin Annemarie Detsch und die bereits verstorbene Psychologin Christel Alter, eine kluge, willensstarke Antriebskraft. Die Mitglieder setzten es sich zur Aufgabe, die Asylbewerber, die vorwiegend aus dem Kosovo in Sammelunterkünfte nach Planegg gekommen waren, bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche und bei Arztbesuchen zu unterstützen. Die Mitglieder vermittelten auch Deutschkurse und Anwälte und gaben Tipps bei Alltagsproblemen. Seelisch geschädigte und traumatisierte Kinder und Erwachsene, die in ihrem Land Gewalt und die Tötung von Angehörigen erleben mussten, fanden neuen Halt. „Die Mehrheit ist später in die Heimat zurückgekehrt“, sagt Veit. „Viele von ihnen nagen heute noch am Hungertuch, die jungen Männer sind ohne Arbeit.“

Anfangs zählte der Helferkreis Asyl einen Stamm aus rund 20 ehrenamtlich engagierten Würmtalern, heute besteht er nur noch aus vier Mitgliedern: Gisela Wirth aus Planegg, Gerda Fritsch aus Gräfelfing, Friederike Rother aus Planegg und Herbert Veit aus Krailling. Jeden letzten Dienstag im Monat treffen sie sich um 19 Uhr im Planegger Pfarrheim von St. Elisabeth, um über Sorgen ihrer hier sesshaft gewordenen Schützlinge zu sprechen. Außerdem leiten sie Spenden an Familien weiter, die in ihrer Heimat in bitterer Armut leben. In ihrem Freundesbrief zum 20. Jubiläum geben sie ihren Gönnern zu bedenken: „Wir können uns nicht völlig abschotten gegen Menschen, die vor Gewalt, Krieg oder Naturkatastrophen fliehen müssen.“ Der Helferkreis sei nach wie vor ein „Versuch“, die mit Flucht und Vertreibung verbundenen Probleme ein wenig zu lindern. In diesem Zusammenhang verweist das Gremium auf die Bibel. Darin heißt es: „Ihr seid selbst Fremde gewesen im Land Ägypten und wisst, wie den Fremden zumute ist.“

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