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Nützliche Helfer oder dröhnende Störenfriede? Die Meinungen über Laubbläser gehen auseinander.

Antrag für weniger Lärm

Laubbläsern soll die Puste ausgehen

Krailling - Laubbläsern sind für die einen hilfreiche Geräte, für andere nur Lärmmaschinen. In Krailling gibt es nun einen Antrag, den Gebrauch einzuschränken.

Ganz ohne Laubbläser kommt aktuell keine Gemeinde im Würmtal aus. Dabei ist es der große Wunsch der Kraillingerin Dietlind Freyer-Zacherl, die Geräte zu verbannen. Der Traum der Gemeinderätin (FBK) dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Denn „verbieten kann man sie nicht“, sagt sie, da habe sie sich bereits erkundigt.

Jetzt ist es ihr Ziel, die Nutzung wenigstens zu reduzieren. Einen entsprechenden Antrag hat sie im Kraillinger Gemeinderat gestellt, der am morgigen Dienstag behandelt werden soll. „In manchen Orten geht die Gemeinde voraus“, sagt Dietlind Freyer Zacherl. Da nutze der Bauhof die Geräte nicht. Sie würde sich wünschen, dass die Gemeinde Krailling ebenso mit gutem Beispiel vorangehe. Denn die Laubbläser seien nicht nur laut, ihr CO2-Ausstoß sei überdies enorm. Sie weist darauf hin, dass die Gemeinde Radwege ausweise, um diesen Ausstoß zu mindern. „Was hat da dann noch ein Laubbläser zu suchen“, fragt sie und ergänzt: „Es gibt auch gesundheitliche Probleme, wenn der Feinstaub durch die Gegend geblasen wird.“

Dietlind Freyer Zacherl appelliert deshalb an Gemeindeverwaltung und an Privatleute, ihre Nutzung zu überdenken. „Man kann ja auch mal was liegen lassen.“ Laub diene Pflanzen als Dünger und Tieren als Winterquartier. Kleine Haushalte könnten ihrer Meinung nach zum Rechen greifen. Älteren Menschen mit großen Grundstücken, die Laubberge nicht mehr alleine bewältigen, rät sie Leute einzustellen, die Blätter zusammenrechen. „Es gibt sicher Personen, die sich was dazuverdienen wollen.“ Freyer-Zacherl wünscht sich jetzt eine Handreichung, um die Kraillinger Bürger aufzuklären. Dazu solle der Bauhof die Nutzung reduzieren.

Die Gemeinde will im Vorfeld der morgigen Sitzung keine Stellungnahme abgeben. Aber wie in allen Gemeinden im Würmtal, verwenden die Kraillinger Bauhofmitarbeiter Laubbläser. Matthias Breuer, Leiter des Neurieder Bauhofs, sagt: „Uns haben noch nie Beschwerden erreicht. Wir behandeln das Thema schon sensibel.“ So werde nicht in aller Frühe geblasen und auch nicht mittags. Außerdem seien Elektrobläser angeschafft worden. „Die sind erheblich leiser“, sagt er. Im Planegger Betriebshof erreicht den Leiter Manfred Wolf hin und wieder eine Beschwerde aufgrund des Lärms. Aber er versichert: „Wir blasen nicht zu nachtschlafender Zeit. Und wir haben teilweise schon auf lärmgedämmte Laubbläser umgestellt.“ Ob er sich vorstellen könnte, auf die Bläser zu verzichten? „Rechen geht nicht, weil wir massiv Personal aufstocken müssten“, sagt Wolf.

Seine Kollegen in Gräfelfing sehen das anders. „Wir haben große Laubrechen, die besser und schneller sind als die Laubbläser“, erklärt Rudolf Lenz, stellvertretender Leiter des Bauhofs in Gräfelfing. Nur in Ecken, wo man mit Rechen oder Besen schwer hinkomme, würden Laubbläser eingesetzt.

Victoria Strachwitz

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