Alkoholisiert auf dem Fahrrad

Jurastudent aus dem 18. Jahrhundert

Ein alkoholisierter Radler wird von der Polizei angehalten - und gibt an, über 200 Jahre alt zu sein. So geschehen im Würmtal.

Krailling – Wer betrunken Rad fährt, darf sich einiges leisten. Immerhin liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit für Radler bei 1,6 Promille. Vorausgesetzt, dass der Drahtesel noch akkurat geradeaus gesteuert wird. Was einem jungen Kraillinger nicht gelang, weshalb er sich jetzt vor Gericht wiederfand.

Als der Student Mitte Februar sein Herrenrad bestieg, war angesichts von gut zwei Promille der sichere Fahrstil dahin. Nach dem feuchtfröhlichen Partygenuss von Wein, Bier und Tequila wurde der Kraillinger lange nach Mitternacht ohne Licht radelnd in der Lochhamer Straße in Planegg aufgegriffen und machte dabei keine besonders gute Figur. „Es war ihm nicht möglich, mit seinem Rad geradeaus zu fahren, ohne dabei hinzufallen“, so der diensthabende Streifenpolizist.

Bei der Personalienkontrolle ließ der Jurastudent anschließend den nötigen Ernst vermissen und gab ein Geburtsdatum aus dem 18. Jahrhundert an. Erst über Umwege gelang es den Beamten, die tatsächlichen Daten des 19-Jährigen zu ermitteln.

Während die Jugendgerichtshilfe den „Vollabsturz“ als reichlich jugendtypisch einstufte, wartet auf den Kraillinger nach bestandener Führerscheinprüfung demnächst eine unangenehme Folgeerscheinung. „Die MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) droht. Die Geschichte war für meinen Mandanten ein heilsamer Schock“, so der Verteidiger. Seitens des Jugendgerichtes gab es für den einmaligen Ausrutscher des angehenden Juristen einen seichten Warnschuss. Für die nächtliche Trunkenheitsfahrt verhängte Richter Ralf Jehle 24 Sozialstunden sowie drei psychosoziale Beratungsgespräche.

nh

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture alliance / dpa

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