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Neue Quartiere für Vögel und Fledermäuse beim Bergerweiher bringen (v.li.) Susanne Brittinger (Umweltamt der Gemeinde), Richard Gebendorfer (Fledermausgruppe Würmtal des Bund Naturschutz) und Helmut Schmidbartl (2. Vorsitzender des Gartenbauvereins) an.

Neue Quartiere für Fledermäuse und Vögel

Gute Nachrichten für den Großen Abendsegler

Krailling - Naturschützer haben am Bergerweiher in Krailling zahlreiche Nistkästen für Vögel und Flugbretter für die vier an der Würm heimischen Fledermausarten aufgehängt.

Die ersten warmen Abende werden demnächst wieder die kleinen, geheimnisvollen Echolotflieger aus ihren Winter-Schlupfwinkeln locken, um die Würm-Auen als Flugschneise und Aufenthaltsort für ihre Brutaufzucht zu nutzen. Pünktlich dazu haben jetzt der Große Abendsegler, die Wasser- und Zwergfledermaus neue Behausungen entlang der Kraillinger Würm erhalten.

In den letzten Tagen wurden elf Fledermausbretter, sechzehn Fledermaushöhlen und auch neun Kästen für Vögel, gut verteilt am Bergerweiher, auf dem Linner-Areal, dem Braungelände und am Garten der Stille bei der Margaretenkirche in Krailling angebracht. Das Ganze ist eine gemeinsame Initiative der Kraillinger Fledermausgruppe Würmtal des Bund Naturschutz, des Gartenbauvereins sowie der Gemeinde Krailling.

„Anstoß zu dieser Aktion“, berichtete Organisator Richard Gebendorfer von der Fledermausgruppe Würmtal, „waren die Baumaßnahmen auf dem Braungelände“. Im Zuge des Abrisses der alten Gebäude mussten auch einige Bäume mit Spechthöhlen und ein hohler Baum zugunsten der geplanten Bebauung weichen. Diese Spechthöhlen und Hohlräume dienen jedoch gerade Fledermäusen als natürliche Quartiere.

Die Lokalisierung direkt in den Würm-Auen sei auch ein bevorzugtes Fledermausgebiet für die acht bis zehn heimischen Arten, so Gebendorfer. „Die Tiere halten sich bevorzugt dort auf, wo es feucht ist und es viele Mücken gibt.“

Die nun fehlenden Quartiere auf dem Braungelände wurden deshalb, in Absprache mit dem Bauherrn des Braun-Areals, „in mehr als ausreichender Anzahl ersetzt“, erläuterte Tierschützer Gebendorfer. Der Bauherr übernahm auch die Hälfte der Gesamtkosten für die adäquaten Baum-Apartments in Höhe von 1200 Euro.

Der Gedanke, noch mehr Ersatzquartiere auf Würm-Grundstücken zu installieren, lag da nicht mehr weit. So sind nun 36 Behausungen bezugsfertig. Die Nistkästen für Vögel seien insbesondere für den wertvollen Gartenrotschwanz wichtig. Der kommt laut Gebendorfer im Würmtal nur noch selten vor, sei aber bei einer Sonderuntersuchung durch die Gemeinde auf dem Braunanwesen gesichtet worden.

Die Fledermausgruppe Würmtal ist eine noch sehr junge Abteilung des Bund Naturschutz Krailling. Seit einem guten Jahr kümmert sie sich um den Erhalt der Fledermaus in ihrem natürlichen Lebensraum. Neben der Erstversorgung von aufgefundenen Fledermäusen, übernimmt die Gruppe – unterstützt durch den Kraillinger Gartenbauverein – auch die weitere Betreuung der neuen Nistkästen und ihre jährliche Reinigung. „Wir beobachten auch, wie die Ersatzwohnungen von den Tieren angenommen werden“, fügt der Experte an. Ob die Kästen und Bretter tatsächlich vom Großen Abendsegler und Gartenrotschwanz bevölkert werden, ist nämlich nicht garantiert. Manchmal stelle der Erfolg sich gleich im ersten Jahr ein. Manchmal dauere es aber auch bis zu fünf Jahren.

Carolin Högel

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