EOS schafft Platz für 300 neue Mitarbeiter

Krailling - Das Kraillinger Unternehmen EOS expandiert in großem Stil. Im kommenden Jahr soll sich die Firmenfläche mehr als verdoppeln. Gestern wurde im Gewerbegebiet KIM der Grundstein für das neue Technologie- und Kundenzentrum gelegt.

Die Anfänge waren bescheiden. 1989 startete EOS-Gründer Hans J. Langer mit seinem Unternehmen in einer Mähdrescherscheune des Barons von Hirsch in Planegg. Heute ist die Firma Weltmarktführer im Bereich der Laser-Sinter-Technologie und beschäftigt weltweit 460 Mitarbeiter, davon 360 am Hauptsitz im Kraillinger Gewerbegebiet KIM. Allein im Vorjahr wurden 80 neue Mitarbeiter eingestellt. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht abzusehen, der Jahresumsatz ist inzwischen neunstellig: „Wir sind in der 100-Millionen-Euro-Liga angekommen“, sagte Langer am Donnerstag bei der Grundsteinlegung für das Technologie- und Kundenzentrum am Robert-Stirling-Ring.

Schräg gegenüber dem Firmenhauptsitz sollen bis Mai 2014 ein 100 Meter langer, in Teilbereichen dreigeschossiger Neubau mit rund 17 000 Quadratmeter Geschossfläche und eine Tiefgarage mit 125 Stellplätzen entstehen. Mehr als 300 zusätzliche Mitarbeiter sollen hier künftig arbeiten. Er sei zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werde, so Langer, seit Beginn der Aushubarbeiten Ende November 2012 hätten die Bauarbeiten keinen einzigen Werktag geruht.

Die drei Leitziele des Unternehmens, Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit, sollen sich laut Firmengründer in dem neuen Gebäude auch für Kunden widerspiegeln. „Wir können es uns nicht leisten, hier einfach einen viereckigen Bau hinzustellen.“ Der Baukörper sei den räumlichen und landschaftlichen Gegebenheiten angepasst worden - etwa durch den offenen Innenhof. Dieser ermöglicht Besuchern, die das Gebäude vom Hauptportal am Justus-von-Liebig-Ring betreten, einen freien Durchblick aus dem Foyer zum Kreuzlinger Forst. Im Erdgeschoss befinden sich neben den Bereichen für Anlieferung und Entwicklung ein Showroom und eine Kantine mit 150 Plätzen, in den Obergeschossen Büros, Konferenz- und Schulungsräume. Die Baukosten sind auf 30 Millionen Euro veranschlagt.

Die netzförmige Struktur der Fassade aus Aluminium-Streckmetall erzeugt einen dreidimensionalen Effekt und soll damit auf den Kern der Laser-Sinter-Technologie, das 3-D-Verfahren, Bezug nehmen. „Das Gebäude wird immer wieder anders erscheinen“, versprach Architekt Ritz Ritzer. Die Fassade ist komplett recycelbar, auch sonst setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Das Technologie- und Kundenzentrum soll per Wärmepumpe über das Grundwasser, die Nutzung von Abwärme aus den Laser-Sinter-Systemen und Nahwärme aus dem angrenzenden Hackschnitzelwerk beheizt werden.

Ein Manko des Firmenstandorts ist die noch immer schlechte öffentliche Verkehrsanbindung. Er hoffe auf einen Anschluss zur S 8, so Lang, damit Kunden besser vom Flughafen zu EOS gelangen könnten. Laut Bürgermeisterin Christine Borst laufen derzeit Verhandlungen mit dem Kreis Fürstenfeldbruck. „Ich bin guten Mutes, dass wir den Anschluss schaffen.“

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