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Harry Mayr ist in Krailling für Jugendarbeit zuständig. Nun kommt er auch zehn Stunden pro Woche an die Grundschule. 

Konflikte an der Grundschule Krailling

Sozialarbeiter soll Lehrerinnen entlasten

Die Kraillinger Grundschule bekommt einen Jugendsozialarbeiter – zumindest für zehn Stunden in der Woche. Eine Entscheidung, der im Gemeinderat heftige Debatten vorausgingen.

Früher waren Lehrerinnen an Grundschulen in erster Linie Lehrerinnen. Heute werden sie zunehmend zu Allroundversorgern. Sie sollen sich um Kinder, die zumeist den Großteil des Tages an der Schule verbringen, kümmern und diese gleichzeitig erziehen. Und im Hinblick auf Inklusion am besten noch Kompetenzen eines Sonderschullehrers mitbringen. Die Fülle dieser Aufgaben sei für Pädagogen oftmals nicht mehr zu bewältigen, wie Alexandra Helfrich, Rektorin der Kraillinger Grundschule, am Dienstag im Gemeinderat deutlich machte. Sie appellierte eindringlich an das Gremium, mindestens eine Halbtagsstelle für Jugendsozialarbeit zu schaffen. Ein Wunsch, den auch der Elternbeirat der Schule mit einem Schreiben an Bürgermeisterin Christine Borst unterstützte – vor allem im Hinblick auf die Aufarbeitung von Konflikten im Pausenhof und die „stärkere Etablierung von Umgangsformen, die ein gutes Miteinander ermöglichen“, wie die Vorsitzende Pia Muhs schreibt.

Ein Sozialpädagoge könne die gesamte Schulgemeinschaft entlasten, sagte die Rektorin. Sei es durch Förderung sozialer Kompetenzen bei den Kindern, Verbesserung des Schulklimas, Betreuung von Flüchtlingskindern, Konfliktbewältigung und Streitschlichtung. Lehrer wie auch Eltern könnten Hilfestellungen erhalten, Schüler eine zusätzliche Vertrauensperson.

Mehrere der insgesamt 30 Lehrerinnen arbeiteten als Teilzeitkräfte und hätten selbst Familie, berichtete Helfrich. Wenn es zu Streit und Konflikten unter Schülern komme, müssten diese nach der Pause aufgearbeitet werden, damit der Unterricht problemlos weiterlaufe. Teilzeitkräfte seien nicht in der Lage, dies zu leisten. Ebenso wenig Kooperationskräfte, die in der Regel über keine entsprechende Ausbildung verfügten und beispielsweise nur für die Mittagessenbetreuung zuständig seien. „Die können keinen Streit mehr schlichten, wenn die Spaghetti über den Tisch fliegen.“

Imme Kaiser (Grüne) wollte die Probleme nicht schönreden. Es sei aber nicht Aufgabe von Kommunen, derartige Defizite auszugleichen, erklärte die einstige Jugendbeauftragte. Vielmehr stehe der Freistaat in der Verantwortung. „Wir können nicht auf alles kleine Pflaster draufkleben.“ Ähnlich sah dies Eleonore Zwißler (CSU). Die Kosten für die Jugendsozialarbeit könne sich die Gemeinde auf Sicht nicht leisten. Gerade im reichen Würmtal sollten Eltern im Stande sein, für die Erziehung ihrer Kinder zu sorgen, sagte die ehemalige Lehrerin.

Eine Lanze für einen Sozialarbeiter brach Dietlind Freyer-Zacherl, die ebenfalls Lehrerin war. Es sei teilweise erschreckend, was an Schulen passiere. Dies lasse sich jedoch nicht ändern, so die Gemeinderätin (FBK). Die Schüler bräuchten aber eine Bezugsperson. „Die Lehrerinnen können nicht lehren und kuscheln.“ Mathias Walterspiel (CSU-Fraktion) sprach sich dafür aus, erst ein Bedarfsanalyse zu erstellen und Problemfelder genau zu benennen.

Der Gemeinderat kam schließlich überein, einen Testlauf zu starten. Ab kommendem Schuljahr soll der Sozialpädagoge Harry Mayr, der sich um den Kraillinger Jugendtreff kümmert, zusätzlich zehn Wochenstunden an der Schule tätig sein. Jeweils zwei Stunden am Tag, nach der Pause und während der Freizeiten, wenn es laut Helfrich zu „Klärungsfällen“ kommt. Für die neue Stelle fallen Kosten von rund 11 000 Euro im Jahr an. Rektorin Helfrich ließ keinen Zweifel aufkommen, dass sie weiter kämpfen will – für eine Ganztagsstelle.

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