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Veronika Sanftl (r., hier mit Friederike Tschochner bei der Präsentation der gemeinsamen historischen Ausstellung) unterstützt künftig Kraillings Rathauschefin Christine Borst und deren Stellvertreterin Karin Wolf als 3. Bürgermeisterin.

Wahl zum 3. Bürgermeister

Veronika Sanftl gewinnt dank Losglück

Kuriosität in Krailling: Bei der Wahl zum 3. Bürgermeister kam es gleich zweimal zum Patt. Die Entscheidung musste per Los fallen.

Krailling – Es hätte ein historischer Moment werden können. Noch nie hatte ein Fraktionsmitglied der SPD in der Gemeinde Krailling einen Bürgermeisterposten inne. Am Dienstag war er plötzlich in Reichweite. Doch Martin Hoffmann schaffte es zum wiederholten Male nicht – diesmal fehlte ihm nur ein klein wenig Glück. Per Losentscheid wurde Veronika Sanftl (CSU) zur 3. Bürgermeisterin bestimmt.

Die Bürgermeisterwahl versprach zunächst wenig Spannung. Vertreter von SPD und Grünen sprachen sich generell gegen drei Bürgermeister aus. „Ich finde es widersinnig, dass die Gemeinde mehr Bürgermeister als Gärtner beschäftigt“, sagte Adrienne Akontz. Grünen-Fraktionskollegin Andrea Schulte-Krauss meinte, man könne sich die Kosten von rund 6000 Euro im Jahr einfach sparen. Bürgermeisterin Christine Borst erklärte dagegen, sie brauche dringend zwei Stellvertreter. Ihren in der Vergangenheit angegriffenen Gesundheitszustand führte sie auch auf die hohe Arbeitsbelastung zurück. Geschäftsleiter Franz Wolfrum wies darauf hin, dass die Wahl eines 3. Bürgermeisters, da inzwischen satzungsmäßig verankert, ohnehin unumgänglich sei. Der aktuelle Wahlgang war erforderlich geworden, da der Gemeinderat die bisherige Amtsinhaberin Karin Wolf nach dem Tod Peter Weigerts im Juli zur 2. Bürgermeisterin gekürt hatte.

Eleonore Zwißler (CSU) schlug Veronika Sanftl als neue Bürgermeister-Stellvertreterin vor. Sie sei gebürtige Kraillingerin, befasse sich mit Ortsgeschichte und könne Borst vor allem in Hinblick auf die Ortsmitteplanung unterstützen. „Veronika Sanftl lebt für Krailling und hat ein Gefühl für Krailling“, sagte Zwißler.

Der erste Urnengang endete mit einem Patt. Obwohl nicht eigens vorgeschlagen, erhielt Martin Hoffmann ebenso wie Veronika Sanftl zehn Stimmen. Ein Ergebnis, das auch durch das erst spätere Eintreffen von CSU-Fraktionsmitglied Matthias Walterspiel ermöglicht wurde. Ein zweiter Durchgang erbrachte den gleichen Wahlausgang: zehn Stimmen für die CSU-Kandidatin, zehn Stimmen für den SPD-Kandidaten. Das Los musste die Entscheidung bringen.

Geschäftsleiter Franz Wolfrum beschriftete zwei Namenszettel, faltete sie, warf sie in die Urne und schüttelte diese – und eine Glücksfee machte Veronika Sanftl zur 3. Bürgermeisterin. Christine Borst betonte den demokratischen Ablauf der Wahl: „Ich persönlich hätte mit jedem der beiden Kandidaten leben können."

Andreas Deny

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