200 Neurieder wollen mitbauen

Genossen suchen Baugrund für Wohnungen

Neuried - Die Wohngenossenschaft "RauMNeuried eG" nimmt Form an. Das Interesse an scheint groß. Das Konzept steht.  Nur: Wo bauen?

Ein Traum ist dabei, Wirklichkeit zu werden. Der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum ist im Würmtal offenkundig. In Neuried wird jetzt gehandelt. Seit Februar machen sich dort SPD und Grüne dafür stark, eine Wohngenossenschaft zu gründen. Im ersten Quartal 2017 soll dies nun passieren. „Wenn die Gemeinde mit der Planung für die Ortsmitte beginnt, wollen wir bereit sein“, sagt die Neuriederin Corinna Pflästerer. Mittels einer Bürgeranfrage stellten sie und weitere Verantwortliche am Dienstagabend dem Gemeinderat vor, wie weit ihre Pläne gediehen sind.

Nachhaltig bauen gehört zum Konzept

Das Projekt trage nun den Namen „RauMNeuried eG, wir leben hier“. Rund ein Dutzend Neurieder hätten das Konzept dafür geschrieben und einen Finanzplan erarbeitet, erläutert Pflästerer. Der Traum schaue nun aus wie folgt: Familien, Alleinstehende, Senioren und Studenten sollen unter einem Dach wohnen. Es soll Gemeinschaftsräume und eine begrünte Dachterrasse geben. Und das Ganze soll nachhaltig gebaut werden.

Wie viel der Einzelne pro Quadratmeter bezahlen müsse, stehe allerdings noch nicht fest. Das hänge unter anderem von dem Preis und der Größe des Grundstücks ab und der Anzahl seiner Genossenschaftsanteile. Bislang hat die Genossenschaft kein Grundstück. „Wir hoffen, innerhalb der nächsten Jahre zu einem zu kommen.“ In zwei bis drei Jahren könne der Bau beginnen, meint sie.

Hoffnung auf Baugrund in der Ortsmitte

Die Genossenschaftsbefürworter liebäugeln derzeit vor allem mit Gemeindegrund in der Ortsmitte. Andernfalls käme auch ein kleineres Grundstück der Kommune am Maxhofweg in Frage. „Wir können nicht hoffen, dass jemand, dem das Hettlage-Grundstück gehört, uns das weit unter Wert gibt“, ist Pflästerer realistisch. Denn sie erklärt: „Genossenschaften zahlen einen niedrigeren Preis.“

Insgesamt gebe es derzeit 100 Interessenten, hinter denen etwa 200 Menschen stünden, die an den Traum von dieser Art des bezahlbaren Wohnraums glaubten. „Es melden sich ständig Leute bei uns“, sagt Pflästerer. Sie hofft, dass die Gemeinde ebenfalls hinter dem Projekt steht. Denn nicht nur die Feuerwehr klage, dass ihr der Nachwuchs wegziehe, weil er in Neuried keinen bezahlbaren Wohnraum finde. „Wir müssen was dagegen tun“, ist sie überzeugt. Und eine Genossenschaft sei der richtige Weg.

Skepsis in einigen Gemeinderatsfraktionen

Derzeit sähen das noch nicht alle Fraktionen im Gemeinderat genauso, weiß sie. „Da gibt es Skepsis“, sagt Pflästerer. Wenn die Gemeinde ein Grundstück an die Genossenschaft statt an einen Investor veräußere, verzichte sie auf Geld. „Wollen wir auf das Geld verzichten“, sei eine Frage, die sich die anderen stellten, meint Pflästerer. „Ich denke, es wird im Gemeinderat noch viele Diskussionen geben.“ Sie hofft, die Gelegenheit zu bekommen, das Projekt ausführlich vorzustellen. Denn sie ist überzeugt: „Es muss gegen den Wahnsinn, der sich auf dem Wohnungsmarkt abspielt, gegengesteuert werden.“

Viktoria Strachwitz

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