Planegg plant Bahnhof ohne Grundbesitzer

Die Gemeinde Planegg hat die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Bahnhofsumfeld beschlossen  - ohne wichtige Zusagen von privaten Grundbesitzern.

Planegg – Nach jahrelangen Diskussionen und mehreren Architektenwettbewerben hat die Gemeinde Planegg jetzt beschlossen, für das Bahnhofsumfeld einen Bebauungsplan aufzustellen. Offenbar wollte man nicht länger auf eine angestrebte Einigung mit privaten Grundeigentümern warten und treibt nun eine Planung voran, die zwar von den Wunschvorstellungen abweicht, sich dafür aber auf den jetzt schon verfügbaren Grundstücken umsetzen lassen soll.

Der Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Verkehr fasste am Donnerstag den Aufstellungsbeschluss, in dem es heißt, die Planungen seien „bis zum Abschluss des Tauschvertrages zwischen Gemeinde und Privateigentümer auf Basis der vorhandenen Grundstücksgrenzen weiter zu verfolgen.“

Laut Aufstellungsbeschluss soll der Bebauungsplan als Grundlage dienen, um die Verkehrssituation am Bahnhof zu verbessern. Zudem soll das Bahnhofsumfeld ein „städtebaulich ansprechendes Entree mit hohem Wiedererkennungswert“ werden. Es sollen Wohnungen, ein Supermarkt, eine Bike+Ride-Anlage und ein durchgängiger Rad- und Fußweg entlang der Bahn entstehen. All das lasse sich auch ohne den gewünschten Flächentausch umsetzen, versicherte Ursula Janson aus dem Planegger Bauamt im Ausschuss. Sie sei aber zuversichtlich, dass der Tauschvertrag komme.

Grundlage der Planungen ist ein Entwurf des Gräfelfinger Architekturbüros Molenaar, der beim letzten Wettbewerb zum Bahnhofsumfeld nur einen 3. Preis erhalten hatte, aber offenbar besser zu den aktuellen Zielen der Gemeinde und der beteiligten Grundeigentümer passt als der Siegerentwurf des Münchner Büros Hammer Architekten.

Um den Entwurf von Molenaar umsetzen zu können, benötigt man noch einige private Flächen im südlichen Teil des Planumgriffs, der östlich der Gleise von der Germeringer Straße im Norden bis zur Gleisbaufirma Braun im Süden reicht. Unter anderem wird ein Teil des heutigen Parkplatzes der Gaststätte Heide Volm benötigt. Sonst müsste man wohl Abstriche bei der angedachten offenen Platzgestaltung machen.

Der Beschluss fiel einstimmig. Lediglich Gerhard Schleburg (CSU) erkundigte sich vorab, ob man den Grundeigentümer, mit dem man verhandelt, mit der Entscheidung nicht vergrätze. Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) sagte, der Eigentümer wisse über das Vorgehen bescheid. Vielleicht auch deshalb habe es kürzlich positive Gespräche gegeben.

Rubriklistenbild: © Jürgen Sauer

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