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Enthüllten eine der sechs Infotafeln: (v.l.) Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann, Prior Pater Matthäus und Landrat Christoph Göbel.

Ausstellung mit Urwaldkäfern

Eremiten im Klosterwald

Planegg  - Der beschauliche  Wald rund um das Augustinerkloster Maria Eich besitzt seit Jahrzehnten heimliche Stars: Urwaldkäfer. Sie kann man jetzt im Rahmen einer Ausstellung näher kennenlernen.

Entdeckt wurden die kleinen Bewohner der Methusalem-Eichen erst im vergangenen Jahr. Der spektakuläre Fund von acht Urwaldreliktarten im Eichen-Hainbuchen-Wald sorgte für großes Aufsehen (wir berichteten). Am Dienstag eröffnete jetzt Landrat Christoph Göbel die Projektausstellung „Eremiten im Klosterwald Maria Eich“. Es ist eine spannende Ausstellung in den Räumen des Klosters, die eine Auswahl der im Maria-Eich-Wald nachgewiesenen Holzkäferarten, sowie andere vertretene Tierarten, wie etwa den Waldkauz, zeigt. Fachleute der Unteren Naturschutzbehörde des Münchner Landratsamtes hatten 2015 in nur einer Untersuchungssaison 240 Holzkäferarten registrieren können. „Davon alleine 88 der Roten Liste Deutschlands und, oder Bayerns“, so Michael Wagner von der Unteren Naturschutzbehörde. Die bis zu 300 Jahre alten Methusalem-Eichen im Maria-Eich-Forst sind jedoch das Zuhause vieler Tiere. So konnte neben den Insekten auch die Existenz von neun Fledermausarten und diverser Vogelarten belegt werden. Als „Juwel der Biodiversität“ bezeichnete Landrat Göbel diesen Fund und lobte insbesondere die „denkwürdige Allianz“ zum Schutz des Klosterwaldes, die sich im Zuge der Untersuchung zur „Bewahrung der Jahrhunderte alten Biotop-Tradition mit ihrem Artenreichtum“ gegründet hatte. Die Projektallianz – bestehend aus den Bayerischen Staatsforsten, dem Forstbetrieb der Erzdiözese München und Freising, den Brüdern des Augustiner-Ordens, der Gemeinde Planegg und dem Landkreis München – hat dabei umfangreiche Maßnahmen erarbeitet, für die sie im Juli mit dem Biodiversitätspreis (2. Platz) des Bayerischen Naturschutzfonds ausgezeichnet wurde. Wagner: „Wir haben ein Zonenkonzept entwickelt, nach dem die eine Zone irgendwann die Funktion der davorstehenden übernehmen soll.“ Das bedeute zum einen dynamische waldbauliche Arbeitsschritte, bei denen in den Waldbestand eingegriffen werden müsse, um das Ziel, diesen Lebensraum zu schützen, zu erreichen. So müssten Bäume weichen, die den Eichen durch ihren Wuchs den Entfaltungsraum nehmen. Damit schaffe man mehr Platz für die stolzen Riesen, und sie könnten so natürlich wachsen und später auch altersbedingt zerfallen. Die jüngeren Eichen können auf diese Weise die Aufgaben der 300 Jahre alten Methusalembäume, die den geeigneten Lebensraum für Holzkäfer bieten, übernehmen. Auch sollen gezielt Stiel-Eichen gepflanzt werden, die in ein paar hundert Jahren diese Alt-Eichen ersetzen können. „Wir legen hier den Grundstein für ein sensibles Endlos-Projekt“, konstatiert Wagner. Aber auch die Bevölkerung müsse ihren Beitrag leisten. Auf den sechs Infotafeln, die derzeit im Forstgebiet verteilt werden, wird sie aufgefordert auf den farbig markierten Wegen zu bleiben, keine Pflanzen auszugraben und keine Abfälle zu hinterlassen.

Die Ausstellung ist bis zum 28. November 2016, täglich zwischen 8.30 und 18 Uhr, im Raum der Begegnung des Klosters Maria Eich zu besichtigen.Carolin Högel

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