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„Ich hoffe, dass sich die Menschen hier künftig bege gnen, sich kennenlernen und Gemeinsamkeiten feststellen“: Landrat Christoph Göbel bei der Eröffnung der Unterkunft auf dem ehemaligen Bolzplatz.

Besichtigungstermin für umstrittene Asylbewerber-Unterkunft im Parc de Meylan 

Landrat wirbt für ein Miteinander

Planegg - Landratsamt und Gemeinde haben den Martinsriedern die fast fertige Asylbewerber-Unterkunft am Parc de Meylan präsentiert. Sie warben für ein Miteinander von Bürgern und Bewohnern.

– Für den Landrat war es eigentlich ein Routinetermin. Unterkünfte für Asylbewerber hat er in den letzten beiden Jahren viele eröffnet. Und doch schwang bei seinem Besuch am Dienstag in Martinsried auch die Vorgeschichte mit. Entsprechend groß war das Interesse. Rund 300 Besucher zählte das Landratsamt.

„Gegen keine andere Unterkunft im Landkreis gab es so viel Widerstand wie gegen diese“, sagte Christoph Göbel am Rande des öffentlichen Besichtigungstermins auf dem ehemaligen Bolzplatz des Parc de Meylan, wo in wenigen Wochen 56 Asylbewerber einziehen sollen. Und so brachte er in seiner kurzen Ansprache seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es ein gelungenes Miteinander von Bürgern und Bewohnern geben werde. Der Park, benannt nach der Planegger Partnergemeinde, sei schließlich auch ein Symbol für die deutsch-französische Versöhnung und Freundschaft. Er wünsche sich, dass der Park zur viel genutzten Begegnungstätte werde.

Dass man ihnen mit dem Bolzplatz eine der wenigen öffentlichen Flächen in ihrem Ortsteil wegnehmen würde, war für viele Martinsrieder das Hauptargument für ihr hartnäckiges Bestreben, die Unterkunft zu verhindern. Vielfach wurden auch Sicherheitsbedenken geäußert.

Landratsamt und Gemeinde bemühten sich, die Argumente zu entschärfen, legten einen neuen Bolzplatz an und wollten mit der Belegung den Sorgen vor fremden jungen Männern Rechnung tragen. Eines der beiden Häuser – mit vier Wohneinheiten für jeweils acht Personen – wird ausschließlich mit Familien belegt. Die allein lebenden Bewohner des zweiten Gebäudes mit drei Wohneinheiten würden allesamt schon problemlos mehrere Monate, teils länger als ein Jahr, im Landkreis München leben, erklärte Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann gegenüber dem Münchner Merkur. Es wird einen Sozialraum und einen ständig anwesenden Sicherheitsdienst geben.

Trotz allem spürte auch der Bürgermeister, dass die Angelegenheit selbst bei einem reibungsfreien Betrieb der Unterkunft noch nachhallen dürfte. „Ich hatte schon das Gefühl, dass einige hier mir gerne ihre Meinung gesagt hätten“, sagte Hofmann. „Und ein paar haben es danach im direkten Gespräch auch getan.“

Viele derer, die sich an Unterschriftenaktionen und Bürgeranträgen beteiligt hatten, störten sich wohl auch am Vorgehen der Behörden. Schon 2014, vor Hofmanns Amtsantritt, hatte der Gemeinderat nichtöffentlich beschlossen, dem Landratsamt neben anderen Flächen auch den Bolzplatz anzubieten. Die Entscheidung wurde erst publik, nachdem das Landratsamt sich den Parkplatz des Planegger Friedhofs und den Bolzplatz ausgesucht hatte.

Nachdem sich später auch gegen den Standort Georgenstraße Widerstand geregt hatte, hier erfolgreich, sollen künftige Standortentscheidungen mit Bürgerbeteiligung fallen. Dass es auch weiterhin Bedarf für Unterkünfte geben könnte, zeichnete sich gestern ab. Die Regierung von Oberbayern hat nach der Vollbremsung vor einigen Wochen jetzt wieder erste Projekte genehmigt.

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