"Menschenunwürdige Zustände"

Harsche Kritik an Gasthof Zur Eiche

Im Planegger Gasthof Zur Eiche wohnen osteuropäische Gastarbeiter. Die Zustände derer Unterbringung waren Thema der Bürgerfragestunde.

Planegg – Wie lange es den Planegger Gasthof Zur Eiche noch geben wird, weiß derzeit niemand. Die Pension ist aktuell gut gebucht; der Wirt ist zufrieden. Anders die Anwohner. „Lärm, Müll, menschenunwürdige Zustände“: Die „Eiche“ war Thema in der jüngsten Bürgerfragestunde im Rathaus. Die Kritik ist hart. Ist sie legitim?

Bernhard Kursawe betreibt einen Gasthof, den es nicht mehr lange geben soll. Die Eiche gehört der Gemeinde Planegg, und sie soll weichen, sobald das Bahnhofsareal neu gestaltet wird. Wann die Bagger kommen, weiß niemand. Im Rathaus ist von zwei bis drei Jahren die Rede. Die Pachtverträge von Kursawe sollen schon jetzt eine Laufzeit von drei Monaten haben. Ihm sei das recht, sagt der Wirt. Er führt die Geschäfte bereits seit 16 Jahren. Große Investitionen lohnen sich für ihn nicht mehr, erklärt er.

Als die Zimmer seiner Pension schlechter wurden, habe er sein Konzept im Jahr 2015 geändert, erzählt er. Seitdem wohnen Osteuropäer bei ihm. Bulgaren, Polen, Kroaten. Sie bleiben länger. Sie melden dort ihren Wohnsitz an und arbeiten beispielsweise auf Montage. „Sie arbeiten alle und zahlen pünktlich ihre Miete“, sagt Kursawe zufrieden. Doch den Nachbarn ist der Betrieb ein Dorn im Auge.

In der Bürgerfragestunde am vergangenen Donnerstag waren einige von ihnen anwesend. Es ist die Rede von Lärm, zu wenig Mülltonnen, einem illegalen Ausbau eines Schuppens. Zudem würden Menschen für viel Geld unwürdig untergebracht. 500 Euro für ein maximal zehn Quadratmeter großes Zimmer pro Monat sei zu viel Geld.

Dem entgegnet Kursawe, dass seine Gäste woanders keine Wohnung bekämen. Makler, Kaution und Möbel könnten sie sich nicht leisten. „Die wollen einfach Geld ansparen.“ Aus diesem Grund gestatte er ihnen auch, zu mehreren im Zimmer zu schlafen. „Ich bin kein Schleuser oder Verbrecher“, verteidigt er sich.

Der parteifreie Gemeinderat Peter von Schall hat der „Eiche“ letzte Woche einen Besuch abgestattet und ist schockiert. „So können Menschen bei uns nicht hausen“, sagt er. „Einen Kilometer weiter stehen zahlreiche Villen. Da muss die Gemeinde schnell handeln.“ Ordnungsamtsleiter Martin Götz sagt aber: „Von diesen Bewohnern hat sich keiner bei mir beschwert“. Kursawe habe Recht mit der Behauptung, dass die Pensionsgäste andernfalls keine Wohnung bekämen. Und er sagt: „Wir haben eine freie Preisgestaltung.“ Ob Kursawe seine Gäste schamlos ausgenutzt hat, stellt er in Frage.

Auch Bürgermeister Heinrich Hofmann findet es übertrieben, die Zustände in der „Eiche“ als menschenunwürdig darzustellen. Aber er meint, der Pächter sei über das Ziel hinausgeschossen. Dass er einen Anbau ungenehmigt zur Unterbringung von Gästen genutzt habe, sei unrecht gewesen. Nachbarn ärgert, dass die Gemeinde als Eigentümer lange untätig gewesen sei. Hofmann erwidert, dass die Gemeinde bereits seit März 2015 regelmäßig agiere. Auch die Nutzung des Anbaus sei nun erkannt und untersagt worden. Bis auf die Unterbringung im Anbau ist dem Wirt offenbar nichts vorzuwerfen.

Victoria Strachwitz

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