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Hand in Hand sitzen Inge und Rudolf Wolf an ihrem 65. Hochzeitstag im heimischen Garten. Zum Gratulieren kamen nicht nur ihre beiden Töchter, sondern auch Planeggs 3. Bürgermeisterin Anneliese Bradel (l.) vorbei.

Eiserne Hochzeit

Die Regisseurin und der Statist

Sie lernten sich bei einem Theaterstück kennen, inzwischen sind sie seit 65 Jahren verheiratet: Rudolf und Inge Wolf aus Planegg.

Planegg – Eine „Eiserne Hochzeit“ und somit 65 Jahre Ehe feiern zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Allein aus Altersgründen kommen die wenigsten Menschen in diesen Genuss. Für Rudolf (92) und Inge (90) Wolf aus Planegg war es gestern soweit. Auf die Frage der 3. Bürgermeisterin Anneliese Bradel, die Glückwünsche und Geschenke der Gemeinde überbrachte, wie das denn so lange gut gegangen sei, antwortete Rudolf Wolf schmunzelnd, etwas konsequent durchzuziehen „ist meine Art“. So verwundert es auch nicht, dass das Jubelpaar bereits seit über 50 Jahren im selben Haus wohnt. Zuvor hatten die gebürtigen Münchner zwischenzeitlich berufsbedingt in Memmingen gelebt. „Unsere Tochter ist heute noch nicht gut auf das Thema zu sprechen, dass sie nicht in München geboren ist“, sagt Inge Wolf mit einem Augenzwinkern. „Aber wir wollten immer zurück nach München.“

Sie und ihr Mann lernten sich einst an der Universität in der Landeshauptstadt kennen. Inge Wolf inszenierte im Zuge ihres Studiums der Theaterwissenschaften ein literarisches Theaterstück, in dem Rudolf als Komparse mitwirken wollte. Der 92-Jährige erinnert sich noch genau an das erste Aufeinandertreffen: „Sie kam leicht echauffiert herein und strich sich mit einer eleganten Bewegung die Haare aus der Stirn.“ Da sei es um ihn geschehen gewesen.

Seine Frau konnte ihr Studium aufgrund des Umzugs nicht beenden, fand aber eine neue Leidenschaft. „Ich habe elf Romane geschrieben“, erzählt Inge Wolf. Eines davon, „Die dicke Helena“, wurde im Jahr 1980 gar für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Dennoch ist die Literatur ein Bereich, in dem die Interessen des Ehepaars auseinandergehen. „Mein ganzes Studienzimmer ist voll mit Gegenwartsliteratur“, berichtet Inge Wolf. Ihr Mann ist da anders gestrickt: „Mein Interesse an der deutschen Literatur endet mit Thomas Mann und Hermann Hesse.“

Großartiges hat der ehemalige Mediziner von seinem Urenkelsohn zu erzählen. Auf den diesjährigen Schulanfänger müsse man in Zukunft achten, denn: „Er sagt, dass er der künftige Mittelstürmer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist.“ Jetzt ist er ABC-Schütze, in einigen Jahren soll er einmal Torschütze sein.


Michael Grözinger

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