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Symbol der Hoffnung: Der Jahrgang 1995 hinterließ einen riesigen Anker vor dem Feo.

"Entsorgen!": Zweckverband argumentiert mit Verkehrssicherungspflicht

Kunstwerke zahlreicher Abiturjahrgänge sollen verschwinden

Zahlreiche Abiturjahrgänge haben sich auf dem Gelände des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums künstlerisch verewigt. Hofften sie zumindest. Jetzt kleben auf den Kunstwerken Zettel mit der Anweisung: „Entsorgen!“

Es begann vor fast 30 Jahren mit einem „Grabstein“ für abgelegte Lateinhefte. Seither haben immer wieder Abiturienten versucht, auf dem Gelände des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums ein bleibendes Gedenken an ihre Schulzeit zu hinterlassen.

Nicht alle Kunstwerke haben sich auf der Wiese vor dem Eingang erhalten. Der „Maibaum“ des Jahrgangs 1993 etwa musste (wie alle Maibäume) nach einigen Jahren wegen mangelnder Standsicherheit von den ehemaligen Schülern entfernt werden. 1994 stießen die Scheidenden ihr „Artusschwert“ zur Sicherheit in einen massiven Felsbrocken, der Jahrgang 1995 schmiedete einen riesigen Hoffnungsanker. 2002 verewigte man sich auf einer Pyramide. Etwas Bleibenderes als eine Pyramide war wohl kaum denkbar.

Auf einigen Kunstwerken sind sogar die eingravierten Namen der Schüler noch lesbar. Sie zeugen von dem erfolgreichen Wirken der Schule, die seit 30 Jahren – 1986 wurde die erste Abiturprüfung abgenommen – Generationen von Jugendlichen zur Reife geführt hat.

Je nach Charakter setzten sich die Kollegstufen verschiedenartige „Denkmäler“. Das lebendigste gab es 1996, als die angeschaffte Ziegenfamilie genau während des Abiturs Nachwuchs bekam. „Abi“ und seine Familie haben allerdings längst den Schulgarten verlassen, da ihre Tätigkeit als Rasenmäher nicht zufriedenstellend war. Zeichenblöcke etwa schmeckten ihnen besser. Und Familienvater Lanzelot hatte neben seinem ausgeprägten Duft die Unverschämtheit besessen, den Schulleiter selbst auf die Hörner zu nehmen.

1997 griff man nach einem Stern in Anlehnung an den „Walk of Fame“ im Andenken an die Erfolge der Theatergruppe, im Jahr 2000 wählten die zahlreichen Feuerwehrler des Jahrgangs einen Feuerlöscher. Die Stele „Ausbruch aus dem Gefängnis“ gestaltete Max Schopf für den Schülerjahrgang 2002, welchen nach der Pensionierung von Direktor Walter Rudlof die „Klimaänderung“ an der Schule am härtesten getroffen hatte. Bereits ein Jahr zuvor hatten die Abiturienten das Feo zur „vorschriftenkonformsten Schule Bayerns“ ernannt.

Doch selbst an Pyramiden nagt der Zahn der Zeit. Und kürzlich entdeckte eine entsetzte Mutter an all den Denkmälern die lakonische Anweisung: „Entsorgen!“ Auf Nachfrage verwies Stefan Schaudig, Amtsleiter der Gemeinde Planegg und Vorsitzender des Zweckverbands für das Gymnasium, auf die Pflicht zur Verkehrssicherung. Kinder könnten beim Hinaufklettern gefährdet werden.

Mehr noch als die Schüler selbst empfinden dies zahlreiche Eltern als unfreundliche Missachtung der Ehemaligen und deren Leistung. Oft haben sie auch selbst Mühe und Kosten für die Denkmäler mitgetragen. Gemeinderat Roman Brugger, einst selbst Elternbeiratsvorsitzender, schlug nach Beratung mit Schaudig als Kompromiss eine Verlegung in den Schulgarten vor. Von der Schulleitung gibt es wegen der Ferien noch keine Stellungnahme.

Friederike Tschochner

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