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Kohlmaiers kurioses Kasperl-Mobil nennt Hannes Kohlmaier seinen umgebauten Pferdetransporter, mit dem er im Sommer drei Wochen lang auf Tour geht und Kinder mit eigens erdachten Geschichten begeistert.

Hannes Kohlmaier ist der fahrende Puppenspieler

Mit dem Kasperltheater durch Oberbayern

Hannes Kohlmaier hat eine außergewöhnliche Leidenschaft. Der Planegger besitzt ein Kasperltheater, in dem er eigens geschriebene Geschichten aufführt.

Eine Prinzessin verliert ihren Ring, die böse Hexe findet und verzaubert ihn, damit sich die Prinzessin in ein Monster verwandelt. Sie kann nur erlöst werden, wenn sie von jemandem trotz ihres schrecklichen Äußeren geliebt wird. Kann der Kasper die holde Dame retten? Dies ist nur eine von etlichen Geschichten, die sich Hannes Kohlmaier ausgedacht hat und regelmäßig auf die Bühne bringt – und zwar in seinem Kasperltheater. Seit 2014 lebt der 46-Jährige in Planegg, bereits seit vielen Jahren erfreut er Kinder mit seinen Vorführungen.

Schuld an allem ist seine Tochter Amélie. „Sie ist als Kleinkind schwer aus dem Bett gekommen, aber wenn ich eine Handpuppe geholt habe, war sie hellwach“, erzählt Kohlmaier. So habe er seine eigene Liebe aus den Kindertagen zum Kasper und den anderen Puppen wiederentdeckt. Inzwischen ist für den Planegger eine Leidenschaft daraus geworden. „Manchmal bringen mir Kinder aus dem Publikum selbstgemalte Bilder oder wollen die Figuren streicheln. Da habe ich dann das Gefühl, Erinnerungen für das Leben für sie zu schaffen. Das sind Momente, da könnte ich vor Rührung weinen.“

Mittlerweile hat er gar ein mobiles Theater, um möglichst viele Kinder zu erreichen. In einem alten Pferdeanhänger, den der 46-Jährige in mühsamen 100 Arbeitsstunden umgebaut hat, geht er in den Sommerferien auf Tour. Und nachdem ihm der Wagen vor wenigen Monaten vollständig zu Schrott gefahren worden war, musste er die gleiche Zeit erneut investieren, um die Neuanschaffung zu präparieren. Mit neuem Wagen geht es nun in erster Linie zu Campingplätzen an den vielen oberbayerischen Seen. Drei Wochen am Stück ist Hannes Kohlmaier dann mit Ehefrau Sabine, die ihn hin und wieder an den Handpuppen unterstützt, und Tochter Amélie unterwegs. Besonders der Neunjährigen mache das Spaß. „Es ist wie ein Zirkusfamilienleben, wir fahren mit dem Wagen über die Lande.“

Über das Jahr gerechnet kommt Kohlmaier auf 20 bis 25 Auftritte mit seinem Mundart-Theater („Für mich muss der Kasper bairisch reden“). Dabei hat er Stammkunden – die er teils noch aus seiner früheren Zeit als Zauberer kennt – sowie einmalige Auftritte. Auch auf Benefizveranstaltungen hat er schon gespielt. Sechs bis acht Geschichten hat der Puppenspieler stets im Repertoire, vier davon zeigt er regelmäßig. Unter anderem übermorgen am Planegger Marktsonntag. In der Buchhandlung Phantásia (Bahnhofstraße 42, Ecke Hofmarkstraße) spielt Kohlmaier ab 13 Uhr stündlich auf. Um 16 Uhr beginnt die letzte der rund 20- bis 25-minütigen Vorstellungen. Drei Euro kostet der Eintritt. „Es geht mir nicht um den Profit“, erzählt Hannes Kohlmaier, der hauptberuflich als Journalist arbeitet. Und das nimmt man dem gebürtigen Niederbayer ab, der sich nach eigener Aussage mit dem Protagonisten seines Theaters identifizieren kann. „Ich habe den Kasper in mir gefunden.“

Michael Grözinger

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