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Joachim Henn in freundlicher Gesellschaft: Enak (8, links von ihm) und Sanx (9, rechts von ihm) begleiteten den Würmtaler auf den letzten 21 Kilometern seines Marathons – barfuß und einfach aus Spaß.

Karitative Sport-Aktion: Joachim Henn kehrt tief beeindruckt aus Afrika zurück

Marathon der Menschlichkeit

Mehr als 12 000 Euro und jede Menge Eindrücke hat der Martinsrieder Joachim Henn in den vergangenen Wochen gesammelt. 

Der 46-Jährige hat, wie berichtet, an einem Spendenmarathon in Uganda teilgenommen, um Geld für Kinder aus ärmsten Verhältnissen zu sammeln.

Aus dem Schwärmen kommt Joachim Henn gar nicht mehr heraus, wenn er über seine Woche Ende Mai in Uganda spricht. Blühend, bunt und vielfältig sei das Land. „Es ist wunderschön, super reizvoll und wirklich sehenswert“, findet der Martinsrieder. Doch die von ihm beschriebene Schönheit ist nur die eine Seite des afrikanischen Landes. Der geübte Marathonläufer hat auch die andere Seite kennenlernen dürfen, denn für die war er dort.

Und dafür ist er seinen wohl bislang anstrengendsten Marathon gelaufen. Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius auf 2000 Metern Höhe und hoher Luftfeuchtigkeit zu laufen, sei eine Herausforderung gewesen. „Das zieht einem ziemlich den Stecker“, sagt der Würmtaler. Die Streckenführung ging bergauf und bergab. 1800 Meter – 2300 Meter – 1700 Meter – 2100 Meter. „Flach waren fünf Kilometer der Strecke“, sagt er. Der Athlet hat körperlich viel gegeben, um fünf Kindern in Uganda neue Paten zu verschaffen und auch sonst ziemlich viel Geld einzusammeln. Er und seine rund 40 Unterstützer versetzen das Kinderhilfswerk Compassion in Uganda jetzt in die Lage, weiteren Kindern den Schulbesuch, Schulungen was Hygiene und Gesundheit betrifft, eine warme Mahlzeit täglich und das Tragen von Schuhen zu ermöglichen.

Dass Schuhe für Kinder in Uganda keine Selbstverständlichkeit sind, durfte der Läufer selbst in einem der für ihn emotionalsten Momente seiner Reise erfahren: Ab der zweiten Hälfte des Marathons hatte Joachim Henn auf einmal zwei Freunde: Enak (8) und Sanx (9). Die beiden Buben waren auf einmal da. Sie begleiteten ihn fortan. Und sie waren barfuß unterwegs – mit Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit. Als es bergauf ging, sprinteten sie vor, um ihm etwas zu trinken zu holen, „ich war ihnen wohl zu langsam“, meint Henn. Als er kurz davor war, Wadenkrämpfe zu bekommen und für eine Dehnübung stehen blieb, taten sie es ihm gleich. Nach dem Motto: Was der große Mann macht, ist wohl angesagt. Als er zum Schluss nur noch gehen konnte, hüpften die Jungs immer noch fröhlich an seiner Seite. Nach 4:54 Stunden erreichte er endlich sein Ziel – und mit ihm seine beiden barfüßigen Freunde, die, wenn sie Glück haben, auch irgendwann einmal Paten finden werden, die ihnen eine Ausbildung und, wenn sie es brauchen, auch ein Paar Schuhe finanzieren. „Das war ein außergewöhnliches Erlebnis“, sagt Henn über die beiden gewitzten Burschen und über seine Reise insgesamt.

Es soll nicht sein letzter derartiger Marathon gewesen sein. Immerhin konnten alle Teilnehmer des Spendenlaufs zusammen 620 000 Euro und 1288 Patenschaften einsammeln. Insgesamt habe „Compassion“ in Uganda jetzt 100 000 Kinder in Patenschaftsprojekten untergebracht.

Auch Joachim Henn hat von der Aktion profitiert. Durch den Lauf und das Fundraising dafür hat er einen Schatz an Erfahrungen gesammelt. Und er hat viele schöne Erinnerungen an Begegnungen wie die mit Enak und Sanx. Doch er hat auch noch viel zu verarbeiten. Wenn er jetzt im Würmtal beobachtet, wie jemand seine Wurstsemmel einfach wegwirft, wird es Joachim Henn unwohl zumute. Er hat schließlich nicht nur die schöne Seite Ugandas gesehen.

Victoria Strachwitz

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